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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
Seite
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cs nun, weil sie von Wein und Weibern er-mattet war, oder sei es auch, weil sie ihre Mit-wirkung für fruchtlos hielt, genug, sie hat sich biszum letzten Augenblick dahingeschlcppt zwischen ihrenRosen, Moschusdüftcn und Schäferspiclcn. Vien undeinige Andere fühlten Wohl, dass man sie zu jedemPreis daraus cmporziehcn müsse, aber sie wusstcnnicht, was man alsdann damit anfangen sollte. Le-sueur, den der Lehrer David'S sehr hochachtete, konntekeine neue Schule hervorbringen. Er musste Dessenwohl eingeständig sein. In eine Zeit geschleudert,wo auch alles geistige Königthum in die Gewalteines Marat und eines Robcspierrc gcrathcn, warDavid in derselben Verlegenheit, wie jene Künstler.Wissen wir doch, dass er nach Rom ging, und dasser eben so Vanlooisch heimkehrte, wie er abgereistwar. Erst später, als das griechisch-römische Alter-thum gepredigt wurde, als Publicisten und Philo-sophen ans den Gedanken gericthen, man müsse zuden literarischen, socialen und politischen Formender Alten zurückkehren, erst alsdann entfaltete sichsein Geist in all seiner angeborenen Kühnheit, undmit gewaltiger Hand zog er die Kunst aus der tän-delnden, parfümierten Schäferei, worin sie versunken,und er erhob sie in die ernsten Regionen des an-tiken HcldcnthumS. Die Reaktion war unbarmherzig.