einander zu setzen, denn da draußen stürmt es wirk-lich zu laut, und es ist unmöglich, die Gedankenzusammen zu sasscn, wenn solche Stürme iu der Seelewiederhatten. Ist es doch in Paris sogar an sogenanntruhigen Tagen sehr schwer, das eigene Gciiüth vonden Erscheinungen der Straße abzuwenden und Pri-vattränmcn nachzuhängen. Wenn die Kunst auch inParis mehr als anderswo blüht, so werden wir dochin ihrem Genüsse jeden Augenblick gestört durch dasrohe Geräusch des Lebens; die süßcstm Töne derPasta und Malibran werden uns verleidet durchden Nothschrei der erbitterten Armuth, und dastrunkene Herz, das eben Robcrt's Farbcnlust cin-geschlürft, wird schnell wieder ernüchtert durch denAnblick des öffentlichen Elends. Es gehört fast einGoethe'scher Egoismus dazu, um hier zu einem unge-trübten Kunstgcnuss zu gelangen, und wie sehr Einemgar die Kunstkritik erschwert wird, Das fühle icheben in diesem Augenblick. Ich vermochte gesterndennoch an diesem Berichte weiter zu schreiben, nach-dem ich einmal unterdessen nach den Boulevardsgegangen war, wo ich einen todblassen Menschenvor Hunger und Elend niederfallen sah. Aber wennauf einmal ein ganzes Volk niederfällt an den Bou-levards von Europa — dann ist es unmöglich,ruhig weiter zu schreiben. Wenn die Augen des
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