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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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stand, dic Empfindungen unterbrach, die ich ebenniedergeschrieben und dic so wchmüthig meine Seeleerfüllten, während ich Karl's Halswnndc auf demBilde von Delaroche betrachtete. Sie ist etwas allzugrell blutig gemalt. Auch ist der Deckel des Sar-ges ganz verzeichnet und gicbt diesem das Anseheneines Violinkastcns. Im Übrigen ist aber das Bildganz unübertrefflich meisterhaft gemalt, mit der Fein-heit des Bandyck und mit der Schattcnkühnhcit desNcmbrandt; es erinnert mich namentlich an dic repu-blikanischen Kriegergestalten auf dem großen histo-rischen Gemälde des Lctztcrn, dic Nachtwache, dieich im Trippcnhuis zu Amsterdam gesehen.

Der Charakter des Delaroche, sowie des größ-ten Theils seiner Kunstgcnosscn, nähert sich über-haupt am meisten der flämischen Schule; nur dassdic französische Grazie etwas zierlich leichter dieGegenstände behandelt und die französische Eleganzhübsch oberflächlich darüber hinspielt. Ich möchtedaher den Delaroche einen graciöscn, eleganten Nie-derländer nennen.

An einem andern Orte werde ich vielleicht dieGespräche berichten, die ich so oft vor seinem Crom-wcll vernahm. Kein Ort gewährte eine bessere Ge-legenheit zur Bclauschung der Volksgefühle und

He ine's Werke. Bd. XI. 6