der bis jetzt wenig in der Kunstwelt genannt wor-den. Vielleicht weil die Kunstfreunde schon bessereWerke von Schnctz gesehen, gewährten sie ihm vieleAuszeichnung, und in Berücksichtigung derselbenmuss ich ihm auch in diesem Bericht einen Sperrsitzgönnen. Er malt gut, ist aber nach meinen Ansichtenkein guter Maler. Sein großes Gemälde im dies-jährigen Salon, italiänische Landlcute, die vor einemMadonnabildc um Wundcrhilfe flehen, hat vortreff-liche Einzelnhciten, besonders ein starrkrampfbchaf-tcter Knabe ist vortrefflich gezeichnet, große Meister-schaft bekundet sich überall im Technischen; doch dasganze Bild ist mehr redigiert als gemalt, die Ge-stalten sind deklamatorisch in Scene gesetzt, und esermangelt innerer Anschauung, Ursprünglichkeit undEinheit. Schnetz bedarf zu vieler Striche, um Etwaszu sagen, und was er alsdann sagt, ist zum Theilüberflüssig. Ein großer Künstler wird zuweilen, ebenso wohl wie ein mittelmäßiger, etwas Schlechtesgeben, aber niemals giebt er etwas Überflüssiges.Das hohe Streben, das große Wollen mag beieinem mittelmäßigen Künstler immerhin achtungs-werth sein, in seiner Erscheinung kann eS jedochsehr unerquicklich wirken. Eben die Sicherheit, wo-mit er fliegt, gefällt uns so sehr bei dem hochflie-gcndcn Genius; wir erfreuen uns seines hohen
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