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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
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auch keinm laugcn Bart, aber ich darf dennoch be-haupten, dass ich den schönen Selam, den uns De-camps aus dem Morgenlande mitgebracht, noch im-mer besser verstehe, als alle Eunuchen mitsammtihrem Kislar-Aga, dem großen Oberkenner, demvermittelnden Zwischenkäufer im Harem der Kunst.Das Geschwätze solcher verschnittenen Kennerschaftwird mir nachgerade unerträglich, besonders die her-kömmlichen Redensarten und der wohlgemeinte guteRath für junge Künstler, und gar das leidige Ver-weisen auf die Natur und wieder die liebe Natur.

In der Kunst bin ich Supcrnaturalist. Ichglaube, dass der Künstler nicht alle seine Typen inder Natur auffinden kann, sondern dass ihm diebedeutendsten Typen, als eingeborene Symbolik cin-gcborncr Ideen, gleichsam in der Seele geoffcnbartwerden. Ein neuerer Ästhetiker, welcher „italiänischeForschungen" geschrieben, hat das alte Princip vonder Nachahmung der Natur wieder mundgerecht zumachen gesucht, indem er behauptete: der bildendeKünstler müsse alte seine Typen in der Natur fin-den. Dieser Ästhetiker hat, indem er solchen ober-sten Grundsatz für die bildenden Künste aufstellte,an eine der ursprünglichsten dieser Künste gar nichtgedacht, nämlich an die Architektur, deren Typenman jetzt in Waldlaubcn und Fclscngrottcn nach-