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Horner Verirrt.
Der hat auch nicht mit lauter echten Steinen dendiesjährigen Salon geschmückt. Das vorzüglichsteseiner ausgestellten Gemälde war eine Judith, dieim Begriff steht, den Holoferncs zu tödtcn. Siehat sich eben vom Lager desselben erhoben, ein blü-hend schlankes Mädchen. Ein violettes Gewand, umdie Hüften hastig geschürzt, geht bis zu ihren Füßenhinab; oberhalb des Leibes trägt sie ein blassgelbcsUnterkleid, dessen Ärmel von der rechten Schulterherunterfällt, und den sie mit der linken Hand,etwas mctzgerhast, und doch zugleich bezauberndzierlich, wieder in die Höhe streift; denn mit derrechten Hand hat sie eben das krumme Schwertgezogen gegen den schlafenden Holoferncs. Da stehtsie, eine reizende Gestalt, an der eben überschrittenenGrenze der Jungfräulichkeit, ganz gottrein und dochweltbefleckt, wie eine entweihte Hostie. Ihr Kopfist wunderbar anmnthig und unheimlich liebens-würdig; schwarze Locken, wie kurze Schlangen, dienicht hcrabflattcrn, sondern sich bäumen, furchtbargraciös. Das Gesicht ist etwas beschattet, und süßeWildheit, düstere Holdseligkeit und sentimentalerGrimm rieselt durch die edlen Züge der tödlichenSchönen. Besonders in ihrem Auge funkelt süße