Leonore niedcrschaut. Diese lehnt ihr Haupt andie Schultern der Mutter. Sie ist eine trauerndeBlume, sie wird welken, aber nicht lästern. DasSchcffcr'sche Gemälde ist eine schöne, musikalischeKomposition; die Farben klingen darin so heitertrübe, wie ein wehmüthiges Frühlingslied.
Die übrigen Stücke von Schcffcr verdienenkeine Beachtung*). Dennoch gewannen sie vielenBeifall, während manch besseres Bild von minderausgezeichneten Malern unbeachtet blieb. So wirktder Name des Meisters. Wenn Fürsten einen böh-mischen Glasstcin am Finger tragen, wird man ihnfür einen Diamanten halten, und trüge ein Bettlerauch einen echten Diamantring, so würde mandoch meinen, es sei eitel Glas.
Die oben angestellte Betrachtung leitet mich auf
") Statt des vorhergehenden Absatzes, heißt es in demältesten Abdruck: „Schefscr's Leonore, die im vorbeiziehendenHeere ihren Wilhelm vcrmisst, verdient die wenigste Beach-tung. Die Legende ist hier in die Zeit der Kreuzzüge ver-legt, und das Kostüm derselben ist dem Charakter des Stof-fes nicht angemessen. Dies Stück hat dennoch vielen Beifallgewonnen, während manch besseres Bild ic."
Der Herausgeber.