Stücke. Dic Geschichte ist in die Zeit der Krcuzzügeverlegt, und der Maler gewann dadurch Gelegenheitzu brillanteren Kostümen und überhaupt zu einemromantischen Kolorit. Das heimkehrende Heer ziehtvorüber, und dic arme Leonorc ocrmisst darunterihren Geliebten. Es herrscht in dem ganzen Bildeeine sanfte Melancholie, Nichts lasst den Spuk derkünftigen Nacht vorausahnen. Aber ich glaube eben,weil der Maler die Sccne in die fromme Zeit derKrcnzzttge verlegt hat, wird die verlassene Lconorenicht dic Gottheit lästern und der todte Reiter wirdsie nicht abholen. Die Bürgcr'schc Lconore lebte ineiner protestantischen, skeptischen Periode, und ihrGeliebter zog in den siebenjährigen Krieg, um Schle-sien für den Freund Voltairc's zu erkämpfen. DieSchcffcr'sche Lconore lebte hingegen in einem katho-lischen, gläubigen Zeitalter, wo Hunderttausende, be-geistert von einem religiösen Gedanken, sich ein ro-thcs Krcüz auf den Rock nähten und als Pilgcr-kricgcr nach dem Morgcnlandc wanderten, um dortein Grab zu erobern. Sonderbare Zeit! Aber, wirMenschen, sind wir nicht alle Kreuzritter, die wirmit allen unseren mühseligen Kämpfen am Endenur ein Grab erobern? Diesen Gedanken lese ichauf dem edlen Gesichte des Ritters, der von seinen:hohen Pferde herab so mitleidig auf die trauernde
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