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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
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gleich wieder erkennt. Bei den alten Meistern, vor-nehmlich bei Holdem, Tizian und Vandyk finden wirsolche Weise, und in ihren Porträten frappiert unsjene Unmittelbarkeit, die nnS die Ähnlichkeit dersel-ben mit den längstvcrstorbcncn Originalen so leben-dig zusichert. „Wir möchten darauf schwören, dassdiese Porträte getroffen sind!" sagen wir dann un-willkürlich, wenn wir Galerien dnrchwandcln.

Eine zweite Weise der Porträtmalcrci findenwir namentlich bei englischen und französischen Ma-lern, die nur das leichte Wiedererkennen beabsich-tigen, und nur jene Zuge auf die Leinwand werfen,die uns das Gesicht und den Charakter des wohl-bekannten Originals ins Gedächtnis zurückrufen.Diese Maler arbeiten eigentlich für die Erinnerung,und sie sind überaus beliebt bei wohlerzogenen El-tern und zärtlichen Eheleuten, die uns ihre Gemäldenach Tische zeigen, und uns nicht genug versichernkönnen, wie gar niedlich der liebe Kleine getroffenwar, che er die Würmer bekommen, oder wie spre-chend ähnlich der Herr Gemahl ist, den wir nachnicht die Ehre haben zu kennen, und dessen Bekannt-schaft uns noch bevorsteht, wenn er von der Brann-schwcigcr Messe zurückkehrt.

Schcffcr's „Lconorc" ist in Hinsicht der Far-bengcbung weit ausgezeichneter, als seine übrigen