schwülstigen Wangen glühten hervor aus dem Wald-dunkel des großen Backenbarts, und seine süßlichgrüßenden Augen glänzten vor Lust und Verlegen-heit. Auf dem Scheffer'schen Bilde sieht er minderkurzweilig aus, ja fast trübe, als ritte er eben überdie?1ass äs Krövs, wo sein Vater geköpft wor-den; sein Pferd scheint zu straucheln. Ich glaube,auf dem Scheffer'schen Bilde ist auch der Kopf nichtoben so spitz zulausend, wie beim erlauchten Ori-ginale, wo diese cigenthttmlichc Bildung mich immeran das Volkslied erinnert:
Es steht eine Tann' im tiefen Thal,
Ist unten breit und oben schmal.
Sonst ist das Bild ziemlich getroffen, sehr ähnlich;doch diese Ähnlichkeit entdeckte ich erst, als ich denKönig selbst gesehen. Das scheint mir bedenklich, sehrbedenklich für den Werth der ganzen Scheffer'schenPorträtmalern.
Die Porträtmaler lassen sich nämlich in zweiKlassen eintheilen. Die Einen haben das wunder-bare Talent, gerade diejenigen Züge aufzufassen undhiuznmalcn, die auch dem fremden Beschauer eineIdee von dem darzustellenden Gesichte geben, so dasser den Charakter des unbekannten Originals gleichbegreift und letzteres, sobald er dessen ansichtig wird,