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11 (1862) Französische Zustände : Th. 4, Kunstberichte aus Paris
Entstehung
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dessen Umrisse beleuchtet sind. Letzteres erhielt da-durch noch ctwas nnbcschrcibbar Magisches. Gret-chen's Micdcr ist saftig grün, cin schwarzes Käpp-chcn bedeckt ihre Scheitel, aber ganz spärlich, undvon beiden Seiten dringt ihr schlichtes, goldgelbesHaar um so glänzender hervor. Ihr Gesicht bildetcin rührend edles Oval, und die Züge sind voneiner Schönheit, die sich selbst verbergen möchte ausBescheidenheit. Sic ist die Bescheidenheit selbst, mitihren lieben blauen Augen. Es zieht eine stille Thräneüber die schöne Wange, eine stumme Perle der Weh-muth. Sie ist zwar Wolfgang Gocthe's Gretchcn,aber sie hat den ganzen Friedrich Schiller gelesen,und sie ist viel mehr sentimental als naiv, und vielmehr schwer idcalisch als leicht graciös. Vielleichtist sie zu treu und zu ernsthaft, um graciös seinzu können, denn die Grazie besteht in der Bewe-gung. Dabei hat sie etwas so BerläsSliches, so So-lides, so Reelles, wie ein barer LouiSd'or, den mannoch in der Tasche hat. Mit einem Wort, sie istcin deutsches Mädchen, und wenn man ihr tiefhineinschaut in die melancholischen Veilchen, so denktman an Deutschland, an duftige Lindenbäume, anHölth's Gedichte, an den steinernen Roland vordem Rathhaus, an den alten Konrektor, an seinerosige Nichte, an das Forsthaus mit den Hirschge-