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9 (1898) Französische Zustände : 1
Entstehung
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Das Btirgerköiiigtnm im Jahre 1832. 119

größte Verlust gewesen. Ich hätte mir neue Feinde erwerben müssen,vielleicht unter honetten Leuten, welches einem Schriftsteller in denAugen des Publikums sehr schädlich ist. Nichts ist uns ersprießlicher,als wenn wir lauter schlechte Kerle zu Feinden haben. Der HERRhat mich unübersehbar reichlich mit dieser Sorte gesegnet, und ich binfroh, daß sie jetzt in Sicherheit sind. Ja, laßt nns ein Ts Nsttsr-niell lanclainus singen, ihr teuren Feinde! Ihr wäret in der größ-ten Gefahr, gehenkt zu werden, und ich hätte euch dann ans immerverloren! Jetzt ist wieder alles still, alles wird beigelegt oder fest-gesetzt, die Bnndesakte wird losgelassen, und die Patrioten werdeneingesperrt, und wir sehen einer langen, süßen, sicheren Ruhe entgegen.Jetzt können wir uns wieder ungestört des alten schönen Verhält-nisses erfreuen: ich geißle euch wieder nach wie vor, und ihr ver-leumdet mich wieder nach wie vor. Wie froh bin ich, euch noch sonngehcnkt zu sehen! Euer Leben ist mir teurer, als jemals. Ichkann mich bei eurem Anblick einer gewissen Rührung nicht erwehren.Ich bitte euch, schont eure Gesundheit; verschluckt nicht euer eigenesGift, lügt und verleumdet lieber, wo möglich, noch mehr als ihr zuthun Pflegt, das erleichtert das fromme Herz; geht nicht so gebücktund gekrümmt, das schadet der Brust; geht mal ins Theater,'wenneine Ranpachsche Tragödie gegeben wird, das heitert auf; versuchteine Abwechselung in euren Privatvergnügungen, besucht auch einmalein schönes Mädchen; hütet euch aber vor des Seilers Töchtcrlcin!

Ihr flattert jetzt wieder an einem langen Faden; aber wer weiß,eines frühen Morgens hängt ihr an einem kurzen Strick.

Beilage zu Artikel VI.

„Siehe zu, die Grundsuppe des Wuchers, der Dieberei undder Räuberei sind unsere Großen und Herren, nehmen alle Krea-turen zum Eigentum, die Fische im Wasser, die Vögel in der Lust,das Gewächs auf Erden, alles muß ihr sein, fJes, V.) Darüberlassen sie denn Gottes Gebot ausgehen unter die Armen und sprechen:„„Gott hat geboten, du sollst nicht stehlen;"" es dient aber ihnennicht. So sie nnn alle Menschen verursachen, den armen Ackermann,Handwerkmann, und Alles, was da lebet, schinden und schaben Mich,III,), so er sich dann vergreift an dem Allerheiligstcn, so muß erhenken. Da sagt dann der Doktor Lügner: Amen, Die Herrnmachen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird. Die Ursachdes Aufruhrs wollen sie nicht wegthnn, wie kann es in der Längegut werden? So ich das sage, werde ich anfrührisch sein, wohl hin!"

So sprach vor dreihundert Jahren Thomas MUnzer, einer derheldenmütigsten und unglücklichsten Söhne des deutschen Vaterlandes,