Druckschrift 
19 (1863) Briefe : Th. 1
Entstehung
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fangen sollte, Jedem von euch privatim zu schreiben;sintemal ich doch sehr gut weiß, dass Das, wasich dem Einen schreibe, dem Andern nicht gleich-gültig ist. Wie ich bis zur Zeit meiner Abreisegelebt, was ich in Beul gesagt und gesungen, undwie ich mich noch zuletzt in Bonn herumgetriebenhabe, wirst du gewiss schon an erzählt haben,lieber Steinmann; ich habe jetzt, bis auf einigeZeilen, den dritten Akt meiner Tragödie geschlossen.Das war der schwerste und längste Akt. Hoffent-lich werde ich diesen Winter die beiden übrigenAkte auch vollenden. Wenn das Stück auch nichtgefallen wird, so wird es doch wenigstens eingroßes Aufsehen erregen. In dieses Stück habeich mein eigenes Selbst hineingeworfen, mitsammtmeinen Paradoxen, meiner Weisheit, meiner Liebe,meinem Hasse und meiner ganzen Verrücktheit. So-bald ich es ganz fertig habe, übergebe ich es ohne Wei-teres dem Drucke. Es wird schon aufs Theaterkommen gleichviel wann. Anstrengung hatmir das Stück schon genug gekostet. Und, aufrichtiggesagt, ich fange fast an zu glauben, dass eine guteTragödie zu schreiben viel schwerer sei, als einegute Klinge zu schlagen; obzwar man in einerPaukerei auf den Schläger zwölf Gänge und ineiner Tragödie nur fünf Gänge zu machen braucht.