Anhang. Astronomische Kunstwörter.
Sonnenferne, s. Aphelium.
Sonnennähe, s. PeriHelium.
Sonnenparallaxe ist die Hälfte des Winkels, unter welchem ein Auge imMittelpunkte der Sonne den Durchmesser unserer Erde sieht. Dieser Winkelbeträgt 8.6 Sekunden. M. s. den Artikel Parallaxe.
Sonnentag ist die Zeit von einer Culmination der Sonne, oder von einemMittag zum nächstfolgenden. Versteht man dabei die wahre Sonne, so erhältman den wahren Sonnentag; versteht man aber dabei die mittlere Sonne<s. d. Art. Mittlerer Planet), so erhält man den mittleren Sonnentag.Im Gegensatze ist Sterntag die Zeit zwischen zwei nächsten Culminationeneines Fixsterns, z. B. des Frühlingspunkts. Alle diese Tage werden übri-gens, nach dem astronomischen Gebrauche, in Stunden, Minuten und Se-kunden der mittleren Zeit ausgedrückt (s. d. Art. mittlerer Planet).
Sonnenwende, s. Solstitium.
Sonnenzeit ist der Stundenwinkel (s. d. Art.) der Sonne. Wird damit diewahre oder die mittlere Sonne (s. d. Art. Mittlerer Planet) gemeint, soerkält man wahre oder mittlere Sonnenzeit. Ist die wahre oder die mittlereSonne im Meridian, so ist es eben wahrer oder mittlerer Mittag, das heißto Uhr wahre oder mittlere Zeit; hat die wahre oder mittlere Sonne, in Be-ziehung auf den Aequator, seit dem Mittage, einen Bogen von is, 30, 45Graden zurückgelegt, so ist es i, 2, 3 Uhr wahre oder mittlere Zeit «. s. w.
Sterntag, s. Sonnentag.
Sternzeit ist der Stundenwinkel (s. d. Art.) des Frühlingspunkts. Ist derFrüdlingspunkt im Meridian, so ist es 0 Uhr Sternzeit, und ist er, imAequator gezählt, is, 30, 4s Grade westlich vom Meridian, so ist es 1, 2,3 Uhr Sternzeit. Wie man Sternzeit in mittlere Zeit und umgekehrt ver-wandelt s. m. S. 201.
Störungen der Planeten, s. Perturbationen.
Strahlenbrechung, s. Refraktion.
Stundenkreis, s. Declinationskreis.
Süd oder Mittag ist derjenige Punkt des Horizonts, wo derselbe von demMeridian (s. d. Art.) auf der Seite geschnitten wird, auf welcher wir dieSonne im Mittag erblicken. Der ihm gegenüberstehende Punkt des Horizontsheißt Nord (s. d. Art.).
Synodische Revolution eines Planeten ist die Umlaufszeit eines Planetenin Beziehung auf die Sonne. Wenn z. B. heute Jupiter bei der Sonne,also in Conjunction (s. d. Art.) gesehen wird, und wenn 499 Tage verfließen,bis er wieder mit der Sonne zusammenkömmt, so beträgt die synodische Re-volution Jupiters 499 Tage (S. 186.). Bei dem Monde ist daher die syno-dische Revolution (oder, wie man hier zu sagen pflegt, der synodische Monat)die Ze«t von einem Neumond zum anderen, oder auch von einem Vollmond
^ zum anderen, und diese Zeit beträgt 29 Tage 12 St. 44 Min. M. s. S. 398.
4.agbogen emes Gestirns ist derjenige Theil des Parallelkreises (f. d. Art.) des
^r über unserem Horizonte liegt, und in welchem uns daherdas Gestirn stchtbar ist, während es in dem anderen, unter dem Horizonteliegenden Theile, dem Nachtbogen, unsichtbar ist.
Temperatur, mittlere, eines Orts. Wenn man durch mehrere Jahre täglichden Thermometerstand seines Wohnortes beobachtet, und dann die Summealler so erhaltenen Zahlen durch die Anzahl der sämmtlichen Beobachtungendividilt, so erhält man die mittlere Temperatur dieses Ortes. M. f. S. 129.
Theodolit, ein Instrument zum geodätischen und astronomischen Gebrauche,dessen Beschreibung S. 727.
Thier kreis, s. Zodiakus.
Tropicus oder Wendekreis. Diejenigen zwei Parallelkreise des Aequators,welche von dem Aequator, zu beiden Seiten desselben, um 23° 28^, also umdie Schiefe der Ekliptik (s. d. Art.) abstehen. Der obere oder nördlicheheißt der Wendekreis des Krebses und der untere oder südliche der Wende-kreis des Steinbocks. Auf der Erde schließen diese beiden Wendekreise dieheiße Zone (s. d. Art.) ein. Die Sonne berührt auf ihrem jährlichen Laufeden nördlichen Wendekreis im Anfange unseres Sommers, und den südlichen'^ Anfange des Winters, und über sie hinaus geht sie nicht, indem sie umdiese Berührungspunkte ihren Weg wieder rückwärts macht oder gleichsam
wendet, daher die Benennung. '