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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
801
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Anhang. Astronomische Kunstwörter.

Himmelsfläche ebenso vollständig bestimmt, wie durch Länge und Breite.(S. d. Art.)

Refraction oder Strahlenbrechung ist die Ablenkung des Lichtstrahls, derwährend dem Durchgange desselben durch unsere Atmosphäre, durch die An-ziehung derselben bewirkt wird. <S. 224.) Diese Ablenkung hat immer nurin dem Berticalkreise (s. d. Art.) des Sterns statt und seine Hohe wird da-durch vergrößert, so daß wir alle Sterne, wegen der Refraktion, zu hochsehen. Für einen Stern im Horizont beträgt die Refraktion bis 38 Minuten,für größere Höhen wird sie immer kleiner und für Sterne im Zenith (s. d.Art.) verschwindet sie völlig.

Retrograde oder rückgängige Bewegung heißt jede Bewegung derHimmelskörper, wenn sie von Ost nach West gerichtet ist, während die vonWest nach Ost gerichtete Bewegung eine direkte heißt. Die Planeten habenbald diese bald jene Bewegung. M. s. S. 132 und l48.

Revolution oder Umlaufszeit eines Planeten ist die Zeit, während welcher erseine ganze Bahn oder seinen ganzen Umlauf um irgend einen Punkt voll-endet, also volle 36v« in Beziehung auf diesen Punkt zurücklegt. Manunterscheidet: siderische Revolution in Beziehung auf die Fixsterne; tro-pische oder periodische in Beziehung auf den Frühlingspunkt; synvdischein Beziehung auf die Sonne; anomalsistische in Beziehung aus Anomalie(s. d. Art.).

Rotation eines Planeten ist die Zeit, während welcher er sich in seiner täg-lichen Bewegung ganz um seine Axe dreht. Bei der Erde beträgt diese«tationszeit einen Sterntag (s. d. Art.) oder 23 Stunden 56 Minuten4 Sekunden mittlere Zeit; bei der Venus 23 Stunden 21 Minuten; bei Ju-piter 9 Stunden 56 Minuten unserer mittleren Zeit u. s. f.

Säculäre Aenderungen heißen alle diejenigen, die entweder ohne Ende inderselben Richtung fortgehen, wie die Präcession der Nachtgleichen <s. d. Art.),oder die doch mehrere, oft viele Jahrhunderte dieselbe Richtung beibehalten,wie z. B. die Aenderungen der Knoten, der Neigungen, der Excentricitäten,der Planetenbahnen u. s. w. So nimmt z. B. die Excentricität der Erd-bahn seit dem Jahre 11400 vor Chr. G. bis auf die gegenwärtige Zeit immerab und wird auch ferner noch abnehmen bis zu dem Jahre 369oo nach Chr.G. (S. 595), daher dieß eine säculäre Abnahme heißt. Im Gegensatze mitdiesen Aenderungen stehen die sogenannten periodischen Störungen, dieoft nur eine Zeit nach einer und dann eben so weit wieder nach der anderenRichtung fortgehen, gleich einem Pendel, welches den Hin- und Hergangseiner Schwingungen in einer kurzen Zeit und in einem nur geringen Raumabwechselnd vollendet. Eine solche periodische Aenderung ist z. B. die Nu-tation (s. d. Art.), deren Zeitraum nur 19 Jahre dauert.

Satelliten oder Trabanten der Planeten sind die Monde, welche einigeunserer Planeten begleiten. So ist unser Mond der Satellit der Erde: sohat Jupiter vier, Saturn sieben Satelliten u. s. f.

Scheitelpunkt s. Zenith.

Scheitelkreis oder Berticalkreis s. Höhenkreis.

Schiefe der Ekliptik ist der Winkel, unter welchem die Bahn der Ekliptikgegen den Aequator geneigt ist. Er beträgt jetzt nahe 23« 28^ und ist schonseit sehr langer Zeit im Abnehmen begriffen.

Schwere s. Gravitation. .

Sextant, ein astronomisches Instrument, das besonders zu Beobachtungen aufder See geeignet ist. Die nähere Beschreibung desselben s. S. 738.

Siderische'Revolution eines Planeten ist die Umlaufszeit desselben um dieSonne in Beziehung auf einen festen Punkt des Himmels, z. B. auf einenFixstern. Wenn man heute einen Planeten bei einem Fixstern des Himmelserblickt und wenn er nach 1000 Tagen wieder zu demselben Fixstern zurück-kömmt, so beträgt die siderische Revolution des Planeten 1000 Tage.

Solstitium oder Sonnenwende. So heißen die zwei Punkte der Ekliptik,die am meisten von dem Aequator entfernt sind. Der am höchsten über demAequator oder nördlich steht, beißt das Sommersolstitium, und dertiesste unter ihr das Wintersolstitium, weil wir dort die Sonne imAnfange unseres Sommers (am 21. Junius) und hier im Anfange des Win-ters (am 21. Dezember) erblicken.

Litkrow. sl