Hyg Anhang. Astronomische Kunstwörter.
rungen in der reinen elliptischen Bewegung jedes Planeten hervor, die maudie Perturbationen desselben nennt. Dieselben sind zweierlei Art, die perio-dischen, welche nur auf den Ort des Planeten in seiner Bahn Einflußhaben und nach bestimmten Perioden wiederkehren, und die säculären,welche auf die Elemente (s. d. Art.) der Bahn wirken. (M. s. S82 und 588.)
Planetensystem oder Weltsystem. Man hat in verschiedenen Zeiten diePlaneten unter sich und in Beziehung auf die Sonne auf verschiedene Weisezu stellen gesucht. Eine solche Stellung nennt man Planetensystem. Sohaben wir das Ptolemäische System (S. 139), das Aegyptische (S. 140), dasCopernicanische (S. 14?) und das Tychonische System (S. 162). Von diesenist das Copernicanische allgemein als das wahre anerkannt.
Planetentafeln sind eigene Verzeichnisse, durch welche man für jede gegebeneZeit den Ort eines mittleren, und aus ihm den Ort des wahren Planeten<s. d. Art. Mittl. Planet) auf eine die Rechnung sehr erleichternde Weisefinden kann. Ein Specimen solcher Tafeln, in ihrer einfachsten Gestalt, findetman oben <S. 179).
Pol eines Kreises auf der Kugel, s. Kreis.
Polarkreis ist derjenige Parallelkreis (s. d. Art.) des Himmels oder auch derErde, der 66<> 32^ von dem Aequator, also 23° 28^ von dem Pole des Aequa-tors entfernt ist. Der über dem Aequator stehende Parallelkreis heißt dernördliche und der andere der südliche. Die Bewohner der Erde, welchezwischen dem Parallelkreis und dem Pole leben, sehen die Sonne einen odermehrere Tage im Jahre nicht auf- und ebenso nicht untergehen.
Polarstern ist unter den größern Sternen des Himmels derjenige, welcher demNordpole des Aequators zunächst steht. Man findet ihn leicht am Himmel,da er mit den beiden Hinterrädern des sogenannten Wagens (des Sternbildsdes großen Bären) nahe in einer geraden Linie steht. Er ist für die astro-nomischen Beobachtungen sehr wichtig. Er war aber nicht immer dem Poleso nahe, als jetzt, und wird sich auch später wieder von ihm entfernen. M.
s. 233.
Poldistanz eines Sterns ist gleich 90 Graden weniger der Declination (s. d.
Art.) dieses Sterns; für Sterne unter dem Aequator ist sie gleich 90 Gradenmehr der Declination. Poldistanz ist also die Entfernung eines Sterns vondem Nordpole des Aequators, in dem Declinationskreise (s. d. Art.) des <?
Sterns gemessen.
Pol höhe oder geographische Breite eines Orts auf der Oberfläche der Erde istdie Höhe (s. d. Art.), unter welcher dem Beobachter in diesem Orte derNordpol des Aequators über dem Horizonte erscheint, oder auch, ist der senk-rechte Winkelabstand des Beobachters von dem irdischen Aequator. Für einenBeobachter im Aequator ist die Polhöhe oder Breite gleich Null, und für dieBewohner des Pols ist sie gleich 9o Graden. Je größer die Polhöhe, destoweiter ist der Beobachter von dem Aequator entfernt.
Präcession oder Vorrücken der Nachtgleichen. Der Frühlingspunkt (s. d. Art.
Aequinoctium) geht jährlich auf der festen Ecliptik nahe so Sekunden rück-wärts oder von Ost gegen West, daher die Länge der Sterne (s. d. Art.)jährlich um eben diese Größe zunimmt. Diese Verrückunq des Frühlings-punkts heißt die Präcession. M. s. S. 23i.
Quadrant, ein astronomisches Instrument, bestimmt, die Höhe der Gestirnezu messen. Es besteht aus dem vierten Theile eines Kreises, daher seineBenennung. Näheres darüber S. 63 und 668.
Radius Vector des Planeten, ist die Entfernung des Planeten von dem Mit-telpunkte der Sonne, der immer in dem einen der beiden Brennpunkte derelliptischen Planetenbahn ist.
Rectascension oder Gerade Aufsteigung eines Sterns. Man sehe zuvorden Artikel: Declinationskreis. — Rectascension ist die Entfernung desDeclinationskreises eines Gestirns von dem Frühlingspunkte von West gegenOst in der Ebene des Aequators bis 36o° gezählt. Oder auch: Rectascensioneines Sterns ist der Winkel seines Declinätionskreises mit dem Colur (s. d.
Art.) der Aequinoctien. Man kann daher auch kurz sagen: Rectascensioneines Sterns ist die östliche Entfernung desselben vom Früblinqspunkt, imAequator gezählt, so wie Länge (s. d. Art.) eines Sterns die östliche Ent-fernung desselben vom Frühlingspunkt, in der Ecliptik gezählt, ist. DurchRectascension und Declination wird der Ort eines Sterns an der