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§. 2Z4. Beschreibung und Gebrauch der astrouom. Instrumente. 787
lange Zeit. Lagrange, der darüber sehr viele und mühsame Rechnungenangestellt Hatte, geneth endlich auf den Abweg, das Daseyn dieser Acce-leration als eine bloße Täuschung ganz zu verwerfen. Allein Laplace,der die älteren Beobachtungen, besonders die der Araber, mit denen derneueren Zeiten sorgfältig verglich und auf diese Vergleichung seine neueAnalyse anwendete, fand, daß die Wahrscheinlichkeit der Existenz dieserAcceleration, wie sie aus den Beobachtungen folgte, so groß sey, daßman mehrere Tausende gegen Eins für das Daseyn derselben wettenkönnte. Durch diese Ueberzeugung bewogen, ging er die ganze Theoriedes Mondes noch einmal durch und war endlich auch so glücklich, dieso lange vergebens gesuchte Ursache jener Erscheinung in der Veränder-lichkeit der Excentricität der Erdbahn zu finden, wie dieß bereits oben(I. H. 172) gesagt worden ist.
Wir wissen ferner, daß die Ebbe und Fluth des Weltmeeres eineFolge der Attraktion des Mondes und der Sonne auf die Gewässer derErde ist. Durch diese Anziehung steigt das Meer in dem Hafen vonBrest, selbst in seiner mittleren Höhe, täglich zweimal um 2V Fuß, undin St. Malo, nur 20 Meilen östlich von Brest, sogar um 50 Fuß, derSpringfluthen nicht zu erwähnen, die noch viel höher gehen. Im All-gemeinen sind diese Fluthen in den tropischen Meeren am größten, wäh-rend sie näher an den Polen beinahe ganz verschwinden. Es war zuerwarten, daß diese Wirkung der Sonne und des Mondes ähnliche undvielleicht noch größere Bewegungen in der Atmosphäre erzeuge, die unsereErde umgibt und die noch viel beweglicher ist, als das Meer. Laplacehat zu diesem Zwecke eine große Menge sorgfältig zu Paris angestellterBarometerbeobachtungen untersucht, aber diejenigen Aenderungen dessel-ben, welche von einer solchen Einwirkung jener beiden Gestirne kommenkönnten, so ungemein klein gefunden, nn Maximum kaum drei Hun-derttheile einer Linie, daß, die Wahrscheinlichkeitsrechnung darauf ange-wendet, das Daseyn einer solchen atmosphärischen Ebbe und Fluth nochganz unentschieden bleibt. Unter dem Aequator aber, wo jener Einflußbeträchtlicher ist, würden sich Untersuchungen dieser Art mit größererSicherheit anstellen lassen.
Glücklicher war man mit einer anderen, obschon ebenfalls sehr klei-nen periodischen Aenderung des Barometers, die von der Temperatur derverschiedenen Tageszeiten abhängt und die ebenfalls in der heißen Zoneam merklichsten ist. Man fand nämlich, daß dieses Instrument, dergewöhnlichen Schwankungen ungeachtet, die es wegen der Verschieden-heit des Luftdrucks zeigt, regelmäßig gegen S Uhr Morgens und 11 UhrAbends am höchsten, und wieder um Z Uhr Abends und 4 Uhr Mor-gens am tiefsten steht. In den Tropenländern beträgt die Differenzzwischen dem höchsten und niedrigsten Stande des Barometers nahe "/.»einer Par. Linie. In unseren Breiten aber, wo man sie zuerst ent-deckte, sind sie viel kleiner, aber auch hier zeigte unsere neue Analyse,daß man mehrere Tausende gegen Eins wetten könne, daß diese Erschei-nung nicht zufällig oder die Folge von Beobachtungsfehlern sey, sonderndaß sie aus einer regelmäßigen Ursache entstehen müsse, und dieß wareine hinlängliche Veranlassung, ihrem Grunde weiter nachzuforschen.
Wir haben bereits oben (H. 140) einer merkwürdigen Erscheinungunseres Sonnensystes erwähnt, nach welcher alle Planeten und Satel-liten desselben sich von West nach Ost, sowohl um die Sonne oderum ihre Hauptplaneten, als auch, in ihrer Rotation, um ihre eigeneAxe bewegen, und nach welcher überdieß die Bahnen dieser Himmels-körper beinahe alle in der Nähe des Sonnenäquators liegen. Da man
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