Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
781
Einzelbild herunterladen
 

^ iZz, I ^ ^ -

§. 2ZZ. Beschreibung Und Gebrauch der astronom. Instrumente. 70,

^ Schuld haben, daß die Gesellschaft weniger zu furchten hat, wenn der

^ ^ ^ ^ ^ ^ ck ch I ^ ^ ^ ^ M ^ 1^. ^ ^ ^ 5 ^ ^ ^ ^ ^ »

Beklagte unschuldig verurtheilt wird, als wenn er, schuldig und freige-^ . Mt- sprechen, durch seine künftigen Attentate den Staat wieder in neue Ge->W I fahren setzt.

-'Mm ^ Welches ist aber die Wahrscheinlichkeit, daß ein durch die Mehrheit

Mi'kgx der Richter ausgesprochenes Urtheil in der That der Gerechtigkeit ange-

messen ist? Die Majorität von bloß einer Stimme in einem zahl-reichen Tribunale zeigt an, daß der Gegenstand, um den es sich hierhandelt, noch sehr zweifelhaft ist. Wollte man aber z. B. bei jedemAeiG Todeöürtheile die Totalität der Stimmen fordern, so ist wohl die Wahr-W>1i! scheinlichkeit des Ausspruchs sehr groß, aber dann würden auch gewiß

zu viele Schuldige ungestraft bleiben. Man muß daher entweder dieAnzahl der Nichter vermindern, wenn man ihre Unanimitat als Basisder Verurtheilung aufstellt, oder man muß die Majorität der Stimmenvergrößern, wenn man nach der Stimmenmehrheit urtheilen will.istchM Unsere Analyse zeigt darüber Folgendes. Wenn in einem Tri-

, A,.,. bunale z. B. von 8 Richtern schon 5 Stimmen zur Verurtheilung des

Angeklagten hinreichen, so ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Sentenzgerecht ist, gleich 0.746 also kleiner als 'ft, da sie doch gleich 1 seynsollte, wenn diese Wahrscheinlichkeit zur Gewißheit wird. Sind nur6 Richter und werden 4 Stimmen zum Urtheil erfordert, so ist jeneWahrscheinlichkeit gleich 0 774, schon größer als also auch größerals zuvor. Der Angeklagte geht daher im zweiten Falle, bei weniger»Nichtern, sicherer, als im ersten, obschon in beiden Fällen die Majoritätum dieselbe Größe 2 beträchtlicher ist, als die Minorität. Sind voniH 10 Richtern schon 6 zur Majorität hinreichend, so ist die Wahrschein-lich lichkeit eines gerechten Urtheils 0.7Z, und sind von 12 Richtern 7 zurMe ch Majorität genug, so ist diese Wahrscheinlichkeit gleich 0.71 u. s. w.

Wenn überhaupt zwei Stimmen mehr schon zu dem Urtheile hinreichen,so wird die Wahrscheinlichkeit, daß die Sentenz gerecht ist, immer klei-ner, je größer die Anzahl der Richter ist. Dasselbe wird auch der Fallseyn, wenn mehr als 2 Stimmen zur Majorität erfordert werden, sodaß die Wahrscheinlichkeit eines gerechten Urtheils mit der Anzahl derRichter immer abnimmt.

Mail- Im Gegentheile, wenn man statt eines solchen arithmetischen irgend

ie M> ein geometrisches Verhältniß für die Majorität der Richter festsetzt, so

1O8 wächst die Sicherheit des Urtheils zugleich mit der Anzahl der Nichter.

t WM

lZillich»

WNttiB

men zur Ausführung der Sentenz erfordert, so ist die Wahrscheinlichkeiteiner gerechten Sentenz 0.9.15, also sehr groß und nahe gleich 1.M H. 2ZZ. (Anwendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Astronomie.)

Wir haben bereits oben (H. 217) durch ein Beispiel zu zeigen gesucht,wie die Auflösung der wichtigsten Probleme der Astronomie, und uder-Haupt aller eigentlichen Naturwissenschaften, ihre letzte Vollendung nurdurch diese neue Rechnung erhalten kann. In allen Fällen, wo nur unsder gesuchten Wahrheit so weit nähern wollen, daß die Fehler unsererMM Sinne und die bei allen menschlichen Unternehmungen unvermeldUchen... M Unoollkommenheiten, da sie nicht gänzlich entfernt werden können , we-

uigstens den kleinftmöglichen Einfluß auf die Resultate unserer Unter-