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§. 226—227. Beschreibung und Gebrauch der astrvuvm. Znstrumeute.
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in dem Gehorsam gegen jene genießt. Verwandte Gefühle und Empfin-dungen, in einem Kreise mehrerer Menschen erregt, verstärken steh durchgegenseitige Mittheilungen, wie wir täglich in unseren Schauspielen nndnoch mehr in denjenigen Gegenden sehen können, wo diese Mittheilungdurch keine äußere Hemmung beschränkt ist. So mächtig werden dadurchoft jene Empfindungen gesteigert, daß sie zur Begeisterung, selbst zumFanatismus führen, daß sie das Gemüth eines ganzen Volkes bis zueiner Art von Wuth erhitzen, daß sie sich mit einer unwiderstehlichenKraft verbreiten und unglaubliche, an das Wunderbare gränzende Wir-kungen hervorbringen , wie unsere Geschichtsbücher auf mehr als einerSeite bezeugen. Es ist möglich, daß die oft eben so schwer zu besiegendeSympathie, welche die Muskeln unseres Gesichtes verzieht, wenn wireinen anderen lachen oder gähnen sehen, aus derselben Quelle entspringt.Untere Augenlieder schließen sich schnell und unwillkührlich vor jederplötzlich auffallenden Gefahr, noch ehe sie die Wirkung unseres Willenserreicht, und wir machen die Bewegung des Ausweichens vor einem unsbegegnenden Hindernisse, wenn wir gleich noch weit von ihm entferntsind, ja oft schon bei der Erzählung oder bei dem bloßen Gedanken aneine solche Gefahr.
Die Erzählung großer Thaten erregt nicht bloß Begeisterung, son-dern auch den Trieb der Nachahmung, besonders bei jungen Gemüthern,und weniger glücklich organisirte Menschen sind durch Räubergeschichte»zu einer ähnlichen Nacheiferung angereizt worden.
H. 226. (Aehnliche Operationen unseres Gedächtnisses.) Auch in un-seren Erinnerungen an längst vorübergegangene Ereignisse liegt nochviel Geheimnißoolles, das einer genaueren Untersuchung in hohem Gradewürdig ist. Wir fühlen eigene innere Bewegungen, wenn wir uns aneinen Namen oder an eine Sache erinnern wollen. Es ist, als ob wirdas Verlorne, nicht in dem ganzen Kopfe, sondern nur in einem Theile,in einem bestimmten Winkel desselben suchen sollten, etwa wie man einein einem Kasten verlegte Schrift nur in gewissen Fächern desselben sucht,wo sie, einer innern Ahnung gemäß, liegen muß. Eindrücke der frühe-sten Jugend erhalten sich oft noch bis in das späte Alter, während dieder männlichen Jahre schon längst entschwunden sind. Wir behalten dieDinge, die wir am Abend eines Tags gehört oder gelernt haben, amsichersten, und vergessen im Gegentheile jene am leichtesten, die wir etwaaus einem Buche unmittelbar vor dem Einschlafen erhalten haben. Ver-wickelte Untersuchungen, wenn man sie einige Tage ruhen läßt und sichabsichtlich von ihnen entfernt, treten dann gewöhnlich mit frischer Klar-heit ans ihrem Dunkel hervor. — Wir bewundern mit Recht das un-gewöhnlich starke Gedächtniß einiger Menschen. Aber wenn man bedenkt,welche unübersehbare Masse von Dingen auch das gewöhnlichste Gedächt-niß eines jeden Menschen iu sich aufnimmt, so müssen wir erstaunen,daß so viele Gegenstände in einem so kleinen Raume ohne VerwirrungPlatz haben können. Einem Sänger in unsern Opern z. B. muß heulejede Sylbe seiner Rolle, ihr Ton, ihr Zeitmaaß und die sie begleitendeGebehrde, klar und lebhaft vorschweben, und die folgende Rolle des mor-genden Tages muß wieder allen jenen gestrigen Vorrath in den dunk-len Hintergrund zurückdrängen, um einem neuen Heere von Erinnerun-gen seine Stelle abzutreten. Alle diese endlosen Reihen liegen zu glei-cher Zeit in dem Gedächtnisse des Sängers und können, nach Willkühr,wie die Register einer Orgel, hervorgezogen oder zurückgestellt werden.
§. 227. (Gewohnheiten.) Diese und viele andere Operationen un-
seres'inneren Sinnes werden, wie wir alle erfahren, durch Wiederholung
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