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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.
§. 225.
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hältniß der weißen und schwarzen Kugeln in jeder einzelnen Urnesich dem konstanten Verhältnisse der weißen und schwarzen Kugeln inallen Urnen zusammengenommen, immer mehr nähern, je länger jeneVersuche fortgesetzt werden.
Dieselbe Erscheinung, daß sich alle, selbst die zufälligsten Dinge, sehroft wiederholen, zu einer bestimmten Regelmäßigkeit hinneigen, undzwar desto mehr hinneigen, je öfter sie wiederholt werden — diese son-derbare Erscheinung dringt sich uns gleichsam als ein allgemeines Ge-setz bei allen Ereignissen der physischen und selbst der moralischen Weltauf. Es scheint, daß gewisse konstante Kräfte der Natur regelmäßigeWirkungen hervorbringen, und daß sie eben dadurch andere veränderlicheEinflüsse mit der Zeit überwiegen und so gleichsam aus dem Schooßeder Unordnung eine gewisse Ordnung, und aus der Verwirrung selbsteine Art von Zusammenhang und Harmonie erzeugen. Wenn wir beiunseren Versuchen einmal dahin gelangt sind, diese Harmonie aufzufas-sen und das Gesetz dieses Zusammenhangs zu erblicken, so sind wir dannauch in den Stand gesetzt, die künftige Gestaltung dieser Ereignisse miteiner Sicherheit vorauszusagen, von der wir uns selbst nicht immerstrenge Rechenschaft geben können und die den, mit weniger scharfenSinnen oder mit einer schwächeren Auffassungsgabe betheilten Zuschauerganz unerklärbar, ja wohl selbst ein Wunder erscheint. Wer von unskann es sagen, wie viele von den außerordentlichen Erscheinungen, derenunsere Weltgeschichte und oft schon die Geschichte mauches einzelnenMenschen so voll ist, auf diese und nur auf diese Weise erklärt werdenkönnen ? Muß man nicht auch die für unsere geselligen Verhältnisse sowichtigen Geburts- und Sterbe-Tafeln, von welchen wir oben gesprochenHaben, aus derselben Quelle ableiten? Wie sollte man sich sonst erklä-ren können, warum die Anzahl der Geburten und der Sterbefälle einesLandes, ungeachtet der Veränderungen einzelner Jahre, wenn man sieaus einer großen Anzahl von Jahren ableitet, immer sehr nahe diesel-ben Resultate geben ? Dasselbe hat mit den Erzeugnissen des Bodens,ja selbst mit den einzelnen Fruchtarten statt, und es würde nicht schwerseyn, aus der moralischen Welt ebenfalls Beispiele für den Beleg diesesSatzes anzuführen.
H. 225. (Trieb zur Vereinigung gleichgestimmter Wesen ) Dahin scheintauch jene wunderbare Sympathie oder der Trieb zur Vereinigung ähn-licher Wesen in der materiellen sowohl, als auch in der geistigen Weltzu gehören. Zwei Pendel oder zwei Uhren, deren Gang anfangs verschie-den ist, erhalten endlich, wenn sie auf derselben Unterlage angebrachtsind, einen ganz gleichen Gang. Auf diese Bemerkungen gründen sichBreguet's sogenannte sympathetische Uhren, die beide in Einem Gehäuseeingeschlossen, endlich ganz denselben, selbst fehlerhaften Gang annehmen.Gespannte Saiten geben, wenn auch nur eine derselben berührt wird, diegleichen oder doch die verwandten Töne. Auf dieselbe Art sehen wir auchdie Thiere verschiedener Gattung, aber von ähnlicher Organisation, nachVereinigung streben und mehrere derselben sich in Gruppen und Heerdenbilden. Selbst über viele Geschlechter der Pflanzen scheint sich eine Artvon Familienband zu schlingen und sie zu einem gemeinschaftlichen Gan-zen zu vereinigen. Ohne Zweifel haben die Zusammentretungen desMenschen zu größeren Gesellschaften und zu ganzen Staaten denselbenUrsprung. Und wie in der Ehe, wie in der Liebe der Aeltern zu ihrenKindern uud dieser zu jenen, sehen wir auch in diesen größeren Gesell-schaften, daß der stärkere Geist dasselbe Vergnügen in der Leitung undBeschützung des schwächeren findet, welches dieser in der Hingebung und
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