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§. 224. Beschreibung und Gebrauch der astrouom. Instrumente.
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berechnen lassen. Früher war der Komet der Gegenstand einer grund-losen Furcht, der Bote drohenden Unglücks, und jetzt ist er ein Gegen-stand aufmerksamer Beobachtung und Berechnung geworden.
Dieselbe Regelmäßigkeit aber, die wir in der Bewegung der Kome-ten kennen gelernt haben, wird ohne Zweifel auch bei allen übrigen Er-scheinungen der Natur uns sichtbar werden, wenn wir auch von ihnendie Gesetze , nach welchen sie fortgehen, einmal kennen werden. Diekrummen Linien, welche der Staub oder die, welche die Elemente derLuft um uns her beschreiben, sind gewiß eben so bestimmten und unver-änderlichen Gesetzen unterworfen, als die großen Bahnen, welche vonjenen Himmelskörpern in dem Weltraume beschrieben werden, und derUnterschied, der zwischen beiden für uns noch statt hat, liegt nicht inihnen, sondern einzig nur in uns selbst, in unserer Beschränktheit,in unserer Unkenntniß dieser Gegenstände. Denn ohne Zweifel ist dergegenwärtige Zustand des Universums in allen seinen, auch den gering-fügigsten Theilen, nur die Folge eines vorhergegangenen, so wie zugleichdie Ursache eines künftigen Zustandes desselben. Ein Geist, der alleKräfte kennt, von welchen die Natur belebt ist, und der den gegenwär-tigen Zustand aller Wesen in ihren Wechselwirkungen übersieht, würdemit Einem Blicke, vielleicht mit einem einzigen Ausdrucke seiner höhe-ren Analyse, alle vergangenen und künftigen Phänomene der Natur zuumfassen im Stande seyn. Er würde ohne Zweifel die vergangenen»md künftigen Bewegungen der Wassertropfen im Weltmeere und derSonnenstäubchen in der Atmosphäre eben so, wie die der Planeten undKometen im Himmslsraume übersehen, und für ihn würde kein Zufall,sondern alles nothwendige Folge, für ihn würde keine Wahrschein-lichkeit, sondern alles nur Wahrheit seyn und die Vergangenheit,wie die Zukunft, würde klar und offen vor seinen Augen liegen.
§. 224. (Hinneigung aller Erscheinungen der Natur zu einer gewissenOrdnung.) Mitten unter den höchst veränderlichen und uns meistenszufällig erscheinenden Phänomenen der Natur bemerken wir, daß die Un-regelmäßigkeit derselben in dem Maaße abnimmt, je öfter sie vorkom-men, und daher dort, wo anfangs der Znfall allein zu walten schien,alle Art von fester Ordnung immer mehr sichtbar zu werden scheint, diewir dann, vielleicht mit demselben Unrechte, einer gewissen, uns übrigensnoch verborgenen Absicht zuzuschreiben geneigt sind. Um dieß sogleichdurch ein Beispiel deutlich zu machen, wollen wir annehmen, daß eineUrne eine uns ganz unbekannte Anzahl von weißen und schwarzen Ku-geln enthalte. Wenn man bei jedem Zuge eine Kugel herausnimmt,ihre Farbe bemerkt und sie dann wieder in die Urne zurücklegt, um eineneue Ziehung vorzunehmen, so wird man, je länger man dieze Ziehungenfortsetzt, desto deutlicher ein bestimmtes und konstantes Verhältniß derbeiden Farben bemerken, und dieß Verhältniß der gezogenen weißen undschwarzen Kugeln wird dem Verhältniß der überhaupt in der Urne ent-haltenen weißen und schwarzen Kugeln immer näher kommen, je größer
die Anzahl der Ziehungen ist. ... . ^
Denken wir uns, in einem zweiten Beispiele, eins Reihe krersfor-mig um uns aufgestellter Urnen, deren jede eine große, übrigens will-kührliche Zahl weißer und schwarzer Kugeln enthält. Zieht man danneine Kugel aus der ersten Urne und wirft sie in die zweite, schütteltdarnach die Kugeln der zweiten Urne und zieht aus ihr eine Kugel undwirft sie in die dritte Urne u. s. f., bis man die aus der letzten Urnegezogene Kugel wieder in die erste wirft, und setzt man dftses Verfah-ren mir der ganzen Reihe von Urnen recht oft fort, so wrrd das Ver-
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