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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. §. 22z.

angewendet seyn werden, auf die Tiefe sowohl, als auch auf die Ver-breitung der gesammten menschlichen Erkenntniß äußern werden.

H. 223. (Der Begriff des Zufalls ist in unserer Unkenntniß der Dingegegründet.) In der That, beinahe alle die wichtigsten Fragen, die unseregeselligen Verhältniste, die unser bürgerliches und wissenschaftliches Le-ben, die uns, unsere Besorgnisse und unsere Hostnungen, selbst für diefernste Zukunft betreffen, sie lasten sich alle auf dieses große Problemder Wahrscheinlichkeit zurückführen. Was sind unsere menschlichen Er-kenntniste anders, als bloße Wahrscheinlichkeiten? Selbst in den ma-thematischen Wissenschaften, wo wir uns so gern der erkannten reinenWahrheit rühmen möchten, sind doch die vorzüglichsten Mittel, uns ihrzu nähern, Analogie und Induktion, die sich beide wieder aufWahrscheinlichkeit gründen. Vor allem aber stellen sich uns die Er-scheinungen der Natur, die gesammten Phänomene der physischen sowohl,als auch selbst der geistigen Welt, nur unter dem Bilde von Wahr-scheinlichkeiten dar, von welchen wir die Sache selbst, die Wahr-heit, welche ihnen zu Grunde liegt, nur selten oder bloß zufällig er-fassen können.

Auch schreiben wir bei weitem die meisten dieser Erscheinungen, dawir ihre Ursache und ihren Zusammenhang nicht kennen, dem Zufallezu, obschon sie, selbst die geringfügigsten unter ihnen, ohne Zweifel ebenso nothwendige Folgen derselben einigen Gesetze der Natur sind, als esdie Bewegungen der Sonne und aller Körper des Himmels nur immerseyn können. Auf diese Weise ist aber, was wir Zufall nennen, nur derAusdruck unserer Unkenntniß der Dinge. Vor der höchsten Erkenntnißder Wett muß alles als Zusammenhang, und nichts als Zufall erschei-nen und auch für uns selbst werden diese sogenannten zufälligen Erschei-nungen, mit der Erweiterung unserer Kenntniß der Dinge, immer mehrverschwinden, und die nächste Folge davon wird seyn, daß sich auch dasHeer von Vorurtheilen vermindern wird, die so lange schon die Plagedes armen Menschengeschlechtes sind, und gegen die es, wie gegen denModer der Verwesung, kein besseres Mittel gibt, als das helle Licht derSonne, als das Licht der Ausklärung und der Erkenntniß.

Noch ist es nicht so lange her, daß jede Finsterniß, jedes Nordlicht,jeder Komet, daß überhaupt jede ungewöhnliche Erscheinung der Naturdie Menschen in Furcht und Schrecken setzte, weil sie in ihren Augenals eben so viele Zeichen des göttlichen Zorns galten. Sie flehten zit-ternd zu.dem Kümmel, um dadurch die verhängte Strafe von sich abzu-wenden. Warum bitten sie aber nicht auch denselben Kümmel, denLauf der Sonne und der Planeten zu ändern ? Weil sie die Ursachedieser Bewegungen kannten oder doch zu kennen glaubten, und weil siediese Planeten immer vor sich hatten.

Von jenen Erscheinungen aber, die nur selten wiederkamen und vonderen Auftreten sie sich keine Rechenschaft geben konnten, nahm jeder an,was ihm gut dünkte oder was seine erschreckte Einbildungskraft ihmeben eingeben wollte. So haben wir gesehen, daß der große Komet desJahres 1456 Entsetzen über ganz Europa verbreitete, das ohnehin schondurch eine verheerende Pest und durch die Verwüstungen, welche die Tür-ken um sich verbreiteten, geängstiget wurde. Wie ganz anders wurdedie Erscheinung desselben Kometen zwei Jahrhunderte später aufgenom-men, als Newton das Gesetz des Weltsystems gefunden und uns ge-lehrt hatte, daß die Kometen, gleich allen andern Körpern unseres Son-nensystems, diesem Gesetze gehorchen, und daß sich die Bahnen, welchesie am Himmel beschreiben, bestimmen und ihre Wiederkunft voraus

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