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§. 216^
Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.
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einander gegenüberstehende Arme gibt und von den Endpunkten m unduck derselben jeden mit einem Bernier versieht. Denn dann wird, beieiner excentrischen Alhidade, der eine Vernier immer eben so viel znweit voraus stehen, als der andere zurücksteht, die beiden Lesungen wer-den, die eine eben so viel zu groß, als die andere eben so viel zu kleinund daher das Mittel aus beiden Lesungen immer der Wahrheit ge-mäß leyn. Aus dieser Ursache sind auch bei allen besseren Kreisen dieseAlhidaden immer doppelt und einander entgegengesetzt, um dadurch alleFehler der Excentricität des Instruments aus den Beobachtungen zneliminiren. Aber nicht immer, ja nur selten läßt sich dieses Umgehen
hier nichts übrig, als die Abweichung dieser Rotacionsaxe von ihrerwahren Lage in horizontaler sowohl, als auch in vertikaler Beziehungaufzusuchen, wie wir dieß oben (§. 264) gethan haben, und dann vonden so bekannten Fehlern dieser Axe bei jeder künftigen BeobachtungRechnung zu tragen.
§. 216. (Allmählige Ausbildung der Astronomie.) Bemerken wir noch,wie aus allen diesen Betrachtungen von selbst hervorgeht, daß unsereKenntnisse des Sonnensystems und überhaupt alle unsere astronomischenKenntnige sich nothwendig nur stufenweise und allmählig erweitern undberichtigen konnten. Die großen, gleichsam die groben Züge der Erschei-nungen, die uns der Himmel darbiet, fand man ohne Zweifel, mit eini-ger Aufmerksamkeit, schon in den ersten Zeiten und mit noch sehr un-vollkommenen Instrumenten, oder auch ohne alle Hülfe derselben mitbloßen Augen, und jene ersten Beobachter werden nicht angestanden ha-ben, sie als von ihnen entdeckte Naturgesetze zu betrachten. So wie wiraber mit diesen Erscheinungen durch fortgesetzte Beobachtungen vermit-telst allmählig besserer Instrumente näher bekannt wurden, so fandensich sofort mehrere Ausnahmen von diesen sogenannten allgemeinen Ge-setzen, und man sah sich dadurch in die Nothwendigkeit versetzt, jene Ge-setze zu ändern und mannigfaltig zu modifiziren, um sie den neuen Er-scheinungen besser anzupassen. Spätere Verbesserungen der Instrumenteund der Beobachtungsknnst führten wieder ähnliche, neue Modifikationenherauf, bis wir endlich, durch immerwährende Korrektion unserer frühe-ren Ansichten, zu demjenigen Grade unserer Erkenntniß der Natur ge-langten, den wir gegenwärtig einnehmen und der ohne Zweifel in derFolge der Zeiten noch viel weiter erhöht werden wirv, so lange dasMenschengeschlecht für das Größte rn.id Erhabenste, das es zum Gegen-stande seiner Betrachtung wählen kann, Sinn und Empfänglichkeit be-hält. Unsern alten Vorgängern in Griechenland mag es schwer genuggeworden seyn, die Kreise zu erkennen, in welchen sich die Planeten un-seres Sonnensystems bewegen sollten. Zweitausend volle Jahre verflos-sen seit jener Entdeckung, bis endlich ein hochbegabter Mann ans denBeobachtungen Tycho's, die alle diejenigen seiner Vorgänger an Genauig-keit übertrafen, den Schluß zog, daß diese Bahnen der Planeten ^kemeKreise, sondern Ellipsen sind, in deren einem Brennpunkte die Sonneruht. Und erst in der Mitte des letztvergangenen Jahrhunderts, wodie astronomischen Instrumente, besonders durch englstche Künstler, eureneue Verbesserung erhielten, konnte man durch Beobachtungen zeigen, ,daß auch diese Ellipsen nur eine Annäherung zur Wahrheit sind, unddaß die eigentlichen Bahnen der Planeten ,ehr zusammengesetzte krummeLinien von doppelter Krümmung sind, deren Gestalt und ^age unmer-
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