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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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750 Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. 21z.

sehen können, in demselben Augenblicke gesehen werden, so daß alsonur jeder diesen Augenblick an der richtig nach seiner Ortszeit gehendenUhr angeben darf, um sofort auch die Längendifferen; aller Beobachterdieser Finsterniß zu erhalten. - ck

Bei den Längenbestimmnngen jeder Art kömmt nämlich alles daraufan, eine Erscheinung aufzufinden, die für alle, denen sie überhaupt nurbemerkbar ist, in demselben Augenblicke gesehen wird, die also tau-tochrvn ist, da man eigentlich nur misten null, wie viel jeder von denBeobachtern dieser Erscheinung in diesem Augenblicke an seiner richtiggehenden Uhr zählt, d. h. welche wahre oder nuttlere Sonnenzeit oderauch welche Steruzeit jeder dieser Beobachter in diesem Augenblicke hat,da dann die Differenz dieser Zeiten zugleich die Differenz der gesuchtenGängen der Beobachter ist.

Da dieß nun von den Moudsfinsteruissen sowohl, als auch von denVerfinsterungen der Satelliten anderer Planeten z. B. des Jupiters gilt,jo werden sie auch unmittelbar zu Längeubestimmuugen angewendet wer-den können, wie wir dieß bereits oben (l. K. 179) bemerkt haben. Alleindiese Finsterniste haben zu dem gegenwärtigen Zwecke den Nachtheil, daßsie nicht mit hinlänglicher Schärfe beobachtet werden können. Der Schat-tenkegel der Erde ist nämlich, wegen dem ihn umgebenden Halbschatten,nur sehr unvollkommen begränzt, und dieß ist die Ursache, daß mau deneigentlichen Anfang oder das Ende der Finsterniß nie mit Gewißheitaugeben kann. Kurz vor dem Anfange wird der Ort des Mondraudes,wo sie beginnen soll, durch jenen Halbschatten gleichsam mit einem Rauche,mit einem matten Schleier überzogen, der sich nur langsam näher zudem Mittelpunkt hin zieht und zugleich immer dunkler wird und so,durch allmählige Abstufungen das Licht des Mondes mehr und mehrverfinstert, so daß der Augenblick der völligen Verfinsterung nicht genauangegeben werden kann. Dasselbe ist auch von dem Ende der Finsternißzu bemerken. Man hat diesem Umstände dadurch abzuhelfen gesucht,daß man auch den Ein- und Austritt der Flecken des Mondes in denSchatten beobachtete, aber auch diese leiden, obschon in geringeremGrade, unter derselben Unvollkommenheit. Zum Beweise führe ich hiereine Mondsfinsterniß an, die im Jahr 1790 in Paris und auf der Stern-ivarte Seeberg bei Gotha beobachtet wurde.

Paris m. Z. Seeberg m. Z. Längcudifferenz.

Anfang 116 71 Zz" zi/- 4,/ 44// Z4/

Copernikus 11 29 58 12 3 21 0 33 23

Tychv II 30 23 12 4 5 0 33 42

Ende 13 55 23 II 28 30 0 33 13

wo man aus den Zahlen der letzten Columne sieht, wie wenig die Re-sultate solcher Beobachtungen nuter sich übereinstimmen. Besser Harmo-niren allerdings die Beobachtungen der Finsternisse der Jupitersmonde,aber auch sie lassen noch immer viel zu wünschen übria. Dazu kommt,daß diese Finsternisse nicht so oft vorfallen, als der Schiffer besonderssie braucht, der jeden Tag die Lage seines Schiffes kennen muß, wenn ersich nicht den größten Gefahren ausgesetzt sehen will.

Die Sonnenfinsterniste (I. h. 175), so wie die Bedeckungen der Fix-sterne von dem Monde (l. tz. 179) haben den Vortheil, daß sie sich mitgroßer Schärfe beobachten lassen. Zwar sind diese Erscheinungen nichttautochron, oder sie haben nicht für alle Beobachter auf der Erde indemselben Augenblick statt. Sie entstehen nämlich dann, wenn der Mondin seinem Laufe gen Ost sich zwischen den Beobachter auf der Erde und