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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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748
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748 Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. §. 212

genwärtigen Aufenthaltsortes zu wenig zeigt, daß es also in diesemAugenblicke auf seinem Schiffe genau 16" 30' 2v" mittlere Zeit oder4" 30' 2V" Morgens ist. Man hat bereits oben gesehen, auf welcheWeise er diese seine Breite sowohl, als auch seine wahre Ortszeit durcheine einfache Beobachtung finden kann. — Wenn er nun auch zugleichwüßte, daß es, in demselben Augenblicke, in Paris genau 8" 22' 30"Abends mittlere Pariser Zeit sey, so würde er auch sofort wissen, daß er16" 30' 20" weniger 8" 32' 30", das heißt, daß er 8" 7' 5V" östlich,oder daß er 121° 57' 30" östlich von Paris entfernt sey, daß also seinenördliche Breite 8° lv' und seine östliche Länge 121° 57' 3V" betrage,und der erste Blick auf seine Karte würde ihm zeigen, daß sein Schiffin der Nähe der westlichen Spitze der Insel Maghindano, die in cherMitte zwischen der Insel Lucon und Borneo liegt, sich befinde, und daßer daher seinen Lauf nördlich nehmen müsse, wenn er nach der StadtManilla bestimmt ist. — Allein wie soll er erfahren, wie viel Uhr manin eben diesem Augenblicke in Paris zählt?

Das einfachste Mittel zu diesem Zwecke ist ohne Zweifel ein Chro-nometer, das heißt eine Uhr mit Federn (denn eine Pendeluhr läßtsich auf dem immer wankenden Schiffe nicht brauchen), auf deren gutenGang er sich vollkommen verlassen kann. Ehe der Schiffer Paris ver-ließ, verglich er seinen Chronometer täglich mit der Uhr der Sternwarte,und fand, daß derselbe in jedem Tage regelmäßig um 2 See. gegen diemittlere Zeit vorausgehe. Als er Paris verließ, um seine Reise anzu-treten, fand er, daß sein Chronometer um 0" 3' 0" gegen die mittlerePariser Zeit voraus sey. Seitdem bis zu dem gegenwärtigen Tage sindvolle 40 Tage verflossen, in welchen also die Uhr, wenn sie ihren vorigenGang unverändert beibehielt, 2mal 4V Secunden oder 1 Minute 20 Se-cunden weiter vorausgegangen seyn muß, so daß sie also heute um0" 4' 20" gegen mittlere Zeit Paris zu viel gebe. Nun war aber die Uhr-zeit der Beobachtung 8" 26' 50", also ist auch die mittlere Pariser Zeitdieser Beobachtung um 4' 20" kleiner oder gleich 8" 22' 30", wie zuvor.

Es wird zur besseren Uebersicht dieses interessanten Verfahrens nichtüberflüssig seyn, dasselbe noch auf ein zweites Beispiel anzuwenden, wel-ches unmittelbar aus dem Reisejournal eines französischen Seefahrersim Jahr 1793 genommen ist. Der Schiffer kam in der Mitte des Märzdesselben Jahrs in dem Hafen von Tongatabu, einer der Freundschafts-inseln, an. Dieser Ort war schon früher durch euglische Seefahrer ge-nau bestimmt worden. Seine südliche Breite ist 21° 7' 35" und seine öst-liche Länge von Paris 12" 9' 47.4". Unser Schiffer wollte von da überdie hebridischen und caledonischen Inseln nach Ostküste von Neuhollandfahren. Um seiner Länge zwischen den vielen Inseln, durch welche seinLauf gehen sollte, gewiß zu seyn, beschloß er, hier einige Tage zu ver-weilen, um den Stand und Gang seines Chronometers zu prüfen. Zudieiem Zwecke nahm er am 29. März in den Morgenstunden eine Son-nenhöhe auf Tongatabu, als sein Chronometer 7" 34' 28.8" zeigte. DieBerechnung dieser Höhe zeigte ihm, daß seine Beobachtung 'um 7" 33'55.1" mittlere Zeit von Tongatabu gemacht worden war, und daß alsosein Chronometer in diesem Augenblick um 33.7 Secunden vor seinermittleren Ortszeit vorausging.

Eine ähnliche Beobachtung stellte er auch am 7ten April um 7" 57'3.2" Uhrzeit an und fand, daß dieser Uhrzeit die mittlere Zeit 7" 55'42.3" entspreche, so daß also jetzt, neun Tage nach jener ersten Beobach-tung, die Uhr um 1' 20.9" gegen die mittlere Zeit vorausgeht, und daß

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