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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.
§. 211.
beobachten. Nimmt man nämlich die Mitte der Ein- und Austrittszeiteines jeden deiff beiden Gestirne, so erhält man dadurch diejenigen Augen-
blicke, wo diese Gestirne in der Mitte ihrer Sehnen 01V und oderwo sie in den Punkten I) und ^ waren, in welchen ein auf diese Seh-nen senkrechter Halbmeffer OstI diese Sehnen halbirt, und dann wird dieDifferenz dieser beiden Augenblicke offenbar auch zugleich die gesuchteDifferenz der Nectasceusion der beiden Gestirne seyn.
Um nun auch aus denselben Ein- und Austritten der Sterne dieDifferenz ihrer Deklination zu erhalten, wird man jede der halbenSehnen 01) und 00 oder die halben Zwischenzeiten der Beobachtungendurch I5mal den Cösinus der Deklination der beiden Gestirne multipli-ciren, wodurch mau diese halben Sehnen 00, 00, in Bogen ausgedrückterhält. Kennt man nun bereits den Halbmesser des Kreises, so sind inden rechtwinkligen Dreiecken 01)0 und 000 bereits zwei Seiten gege-ben, woraus man dann, auf die bekannte Art, auch die dritten Seiten01'' und 01) finden wird, deren Differenz 1)0 gleich der gesuchten Dif-ferenz der Deklination der beiden Gestirne ist.
Den Halbmeffer dieses Kreises wird man auf mehr als eine Artleicht bestimmen können, am sichersten aber durch zwei Fixsterne, derenDeklinations-Differenz U nahe gleich dem Durchmesser dieses Kreises ist,so daß also jeder derselben, der eine oben und der andere unten, einesehr kleine Sehne im Felde des Kreismikrometers beschreibt. Nennt mandann ffi die Summe der Quadrate der halben Sehnen oder der halbenbeobachteten Zwischenzeiten in Zeitsekunden ausgedrückt, und durch dievorige Größe I! dividirt, und nennt man endlich Odas Quadrat von)5mal dem Cosinus der Deklination der Mitte zwischen beiden Sternen,so ist der gesuchte Durchmesser des Kreises gleich I) ff- ^.0.
Zu diesem Zwecke kaun man schon die dem Auge nächste innereBlendung (Diaphragma) benützen, die in jedem Fernrohre enthalten ist,wenn man sie zuvor auf einer Drehbank genau kreisförmig ausdrehenläßt. Bequemer zur Beobachtung wird ein feiner metallener Ring seyn,der in der Ebene jener Blendung durch zwei oder drei Stifte befestigtwird, und, wenn er etwas kleiner als die Oeffnung dieser Blendung ist,den Vortheil gewährt, daß man die kommenden Sterne schon von ihrerBeobachtung sehen und den Eintritt sowohl, als auch den Austritt der-selben an den beiden Rändern des Rings beobachten kann. Die vor-hergehende Bestimmung des Halbmessers wird zugleich ein gutes Mittelgeben, zu prüfen, ob der Ring an seinen beiden Seiten in der Tbat voll-kommen kreisförmig, also zu dieser Art von Beobachtungen geeignet ist.Zu diesem Zwecke darf man nur diesen Ring, nach jeder Beobachtungeines Sternpaars, etwas weniges in seiner Ebene drehen und die beidenSterne an anderen Punkten der Peripherie durchgehen lassen, um zusehen, ob man für den Halbmesser des Rings wieder denselben Wertherhält. Was diesen einfachen Mikrometer vor allen andern besondersempfiehlt, ist erstens der Umstand, daß unsere Künstler einen vollkom-menen Kreis viel leichter, als eine gerade Linie von gegebener Neigung,darzustellen vermögen, und daß zweitens die Beobachtungen au einemsolchen Kreise auch in dem verfinsterten Fernrohre angestellt werden kön-nen , während die meisten anderen Mikrometer eine Beleuchtung desInnern des Fernrohrs erfordern, um die Fäden des Mikrometers sicht-bar zu machen, was oft beschwerlich und zuweilen selbst schädlich ist, daman dann sehr kleine oder lichtschwache Gestirne, wie z. B. die neuenPlaneten oder sehr matte Kometen, in dem beleuchteten Felde des Fern-rohrs, nicht mehr gut sehen kaun.
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