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§. 210—211. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Znstrumente. 74z
den Beobachtungen einen Stern in das Feld eintreten läßt und diePlatte IIK mittelst einer eigenen Schraube so dreht, daß der Sterndurch die ganze Länge des Feldes den Faden Ik nickt verläßt. Dießist ein Grund mehr für die bereits oben als sehr vortheilhaft angege-bene Aufstellung aller größeren Fernröhre auf einem parallaktischenStative.
H. 210. (RautenmikrometerZ Auch ohne Hülfe einer Schraube kannman, durch eine bloße zweckmäßige Stellung der Fäden gegen einander,die Differenz der Orte zweier einander naher Gestirne bestimmen. Eineder einfachsten und zweckmäßigsten dieser Vorrichtungen ist folgende, dievon dem großen Astronomen Bradley vorgeschlagen wurde. Man denkesich um das kreisförmige Feld des Fernrohrs ein Quadrat (Fig.
110) beschrieben, dessen Seiten jenen Kreis in vier einander gegenüberstehenden Punkten berühren. Von dem oberen Berührungspunkte AIziehe man zwei gerade Linien oder hier zwei gespannte Fäden AIO undAID nack den unteren Spitzen des Quadrats, und eben so von dem un-teren Berührungspunkte Ai zwei andere nach und L. Spannt manüberdieß noch einen fünften Faden der durch den Mittelpunkt desKreises parallel mit der Seite oder Ov des Quadrats geht, so wirdman, wie zuvor, durch eine geringe Drehung des Quadrats um seinenMittelpunkt dieses Netz leicht so stellen, daß der letzte Faden demWege der Sterne, d. h. dem Aequator parallel ist. -
Mit einem so eingerichteten und so gestellten Fadennetze wird mandann die Differenz der Rectascensionen und Deklinationen der Gestirneleicht bestimmen, wenn man bemerkt, daß, wie aus der erwähnten Kon-struktion dieses Netzes hervorgeht, jede der l^(Z parallele Linie ae gleichseyn muß der Entfernung IM dieser Linie von dem ihr nächsten Schei-tel AI oder As der Raute, welche jene vier ersten Fäden unter sich bilden.Hätte man also z. B. den Durchgang eines Fixsterns, dessen Deklination30 Grade beträgt, durch den Punkt n um 4^ 17' und durch den Punktv um 46 21' beobachtet, so ist die Differenz dieser Zeiten 4 Minuten.Multiplicirt man diese Differenz, um sie in Bogen zu erhalten, durch15 und überdieß durch den Cosinus der Deklination, der hier gleich 0.800ist, so erhält man 51.96 Bogenminuten, und eben so groß ist also auchder Abstand Alb des Weges so dieses Sterns von dem Punkte AI. DieZeit aber, wo dieser Stern in der Mitte zwischen seinen Fäden in aund 0, d. h. wo er in dem Punkte b war, ist offenbar gleich der Mittejener zwei Beobachtungszeiten oder gleich 4^ 19". — Hätte man nun ebenso bald darauf einen Planeten auf dieselbe Weise beobachtet und für ihnden Abstand Alb gleich 32.54 Bogenminuten und die Zeit der Mittebeider Beobachtungen gleich 4^ 22' gefunden, so würde die Differenz derRectascensionen beider Gestirne 3 Zeitminuten d. h. 45 Bogenminuten,und die Differenz ihrer Deklinationen gleich 19.42 Bvgenminuten seyn,woraus sich also wieder der Ort des Planeten am Himmel leicht findenläßt, wenn jener des Fixsterns bereits bekannt ist.
Bei einer genaueren Betrachtung dieses Netzes wird man leicht fin-den, daß man auch die Theile der vier ersten Fäden, die außer der Rauteliegen, zu demselben Zwecke benützen, und z. B. die Appulse der Sterneauch in den Punkten a' und b' beobachten kann, anderer Vortheile,
welche dieses Rautennetz bietet, hier nicht zu erwähnen.
H. 211. (KreiSmikrometer.) Am einfachsten aber ist es, zu dersel-ben Absicht blos einen einfachen Kreis in dem Brennpunkte des Fern-rohrs aufzustellen und den Eintritt in 15 und ^ (Fig. 117)), so wie denAustritt der Sterne in 15' und C' aus der Peripherie dieses Kreijes zu
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