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Beschreibung und Gebrauch der astrvnom. Znstrumente.
209.
strich 0 des Kreises zu dem Punkte 10° 0/ 0" der Peripherie desselbengehöre, so wird man bei der Ablesung dieses Kreises sagen, daß der andem Instrumente beobachtete Winkel 10° ist 0" betrage. Steht aberder Vernier so, wie in Z-, so wird der beobachtete Winkel gleich 10° 1'0",und eben so wird er, bei dem Stande G gleich 10° 2' 0" seyn und sofort durch alle Theilstriche des Verniers
Man sieht, das; sich dieselbe Vorrichtung ohne alle Abänderung auchbei einem geradlinigen Maaßstabe anbringen laßt. Sey ad ein Theilz. B. ein Fuß dieses Maaßstabes, der bei I, 2, 3 in zehn gleiche Theileoder in zehn Zolle getheilt ist. Mit einem solchen Maaßstabe wird manalso unmittelbar nur ganze Zolle in der That messen können, wäh-rend man die halben, viertel Zolle u. s. bloß nach dem Augenmaßeschätzen muß. Wenn man aber zu diesem Maaßstabe noch einen Ver-nier hat, der genau 9 solcher Zolle lang und ebenfalls wieder in 10gleiche Theile getheilt ist, so wird man mittelst jenes Stabes auch nochdie Zehntheile der Zolle oder die sogenannten Linien unmittelbar absmessen können. Denn gesetzt, man wollte den kleinen Abstand derLinie na von li in Theilen eines Zolles haben. Legt man den Vernierso wie in V, daß die Theilstriche 9 des Stabes und 10 des Vernierskoincidiren, so läßt sich, in dieser Lage des Verniers, die Distanz binoffenbar nicht angeben. Rückt man also den Vernier an dem ruhendenMaaßstab weiter rechts, so daß, wie in I», die beiden Theilstriche 1 und1 übereinstimmen, so läßt sich auch hier noch nichts über diese Distanzbm entscheiden. Rückt man aber den Vernier noch etwas weiter rechts,bis der letzte Theilstrich 10 des Verniers mit dem Striche in des Maaß-stabes genau übereinstimmt und findet man, daß in dieser Stellung Odes Verniers die Theilstriche 2 und 2 genau koindiciren oder in eineeinzige gerade Linie fallen, so ist dieß ein Zeichen, daß die Linie in desMaaßstabes von dem vorletzten Theilstriche 9 desselben um 2 Zehntheileabsteht, und daß daher die gesuchte Distanz bm gleich acht Zehntel Zolleoder gleich 8 Linien ist. ' ,
Ist zwischen den einzelnen Theilstrichen des Verniers, wie in derZeichnuug^der Fig. 113, noch Raum genug, um auch jedes Intervall 0l,12, 23 degelben ebenfalls wieder in zehn gleiche Theile unterzutheilen, sowird man, mit einem solchen Verniere, auf jenem Maaßstabe nicht bloßwie zuvor die zehnten, sondern auch die hundertste» Theile eines Zollesoder die sogenannten Punkte unmittelbar messen können. Rücken aberdadurch die Theilstriche schon so nahe an einander, daß man sie mitfreien Augen nicht mehr gut unterscheiden kann, so wird man eine Lonpe(Mikroskop) zu Hülfe nehmen, das man an dem Verniere so befestigenkann, um es nach der ganzen Länge des Verniers zu verschieben unddadurch jeden einzelnen Theil des Verniers in den Mittelpunkt des Lou-penselbes zu bringen.
Auf diese Weise hat man es dahin gebracht, unsere Kreise von dreiFuß im Durchmesser, und selbst kleinere noch, bis zur unmittelbaren Le-sung von zwei Secunden mit einer Genauigkeit zu theilen, von welcherunsers Vorgänger noch keine Idee hatten, der wir aber einen großenTheil der Fortschritte der neueren Beobachtungskunft verdanken.
H. 209. (Schraubenmikrometer.) Roch ist' eine eigene Vorrichtungbei den bisher angeführten Instrumenten übrig, die "der Leser kennenlernen soll, um von den Beobachtungen der Astronomen selbst einen deut-licheren Begriff zu erhalten.
Es wurde bereits früher gesagt, daß sich in dem Brennpunkte jedesFernrohrs, wenn dasselbe auf einen Gegenstand gerichtet wird, ein klei-
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