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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Kde.

§. 208. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.

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H. 208. (Vernier.) Dieß sind die vorzüglichsten Instrumente derneueren beobachtenden Astronomie, deren nähere Kenntniß den Lesern,wie wir glauben, interessant und nützlich zugleich seyn wird, wenn siesich einen richtigen Begriff von den astronomischen Beobachtungen ma-chen oder auch wohl sich derselben zu eigenen Beobachtungen bedienenwollen. Wir haben bei der Beschreibung derselben des Verniers öf-ter erwähnt, daher wir auch diesen hier näher angeben müssen.

Wenn dasjenige Ende der Alhidade, welches an dem getheilten Randedes Instruments auf und ab bewegt wird, bloß eine einzige gerade Li-nie, die wir oben angenommen haben, enthielte, so würde man mit einemsolchen Instrumente keine kleineren Winkel messen können, als unmittel-bar durch die Theilstriche auf dem Rande desselben angegeben sind. Wennman daher z. B. auf einem Kreise noch die einzelnen Secunden lesenwollte, so müßte man auf seiner Peripherie nicht weniger als 1296000Theilstriche anbringen, die alle von einander gleichweit abstehen. Da-durch würden aber, der Schwierigkeit der Ausführung für den Künstlernicht zu gedenken, selbst bei einem Kreise von beträchtlichem Halbmesserdiese Theilstriche so nahe an einander stehen, daß es schwer seyn würde,sie deutlich von einander zu unterscheiden. Diesem Umstände abzuhelfen,hat Peter Vernier, ein französischer Geometer, i. I. 1631 eine ebenso einfache als sinnreiche Vorrichtung ausgedacht, die jetzt ihrer Vorzüg-lichkeit wegen allgemein angenommen ist. Man hat sonst wohl auchden Portugiesen Nonius, der mehrere Jahrhunderte vor Vernierlebte, für den Erfinder dieser Einrichtung gehalten, daher dieselbe auchzuweilen den Namen des letzteren erhält, aber mit Unrecht, da das vonNonius zu diesem Zwecke vorgeschlagene Mittel von dem des Vernierganz verschieden ist und auch an Anwendbarkeit weit hinter ihm zu-rücksteht.

Sey ab (Fig. 113) ein Theil des eingetheilten Kreisbogens irgendeines Instruments. Dasselbe sey z. B. durch die in der Zeichnung be-merkten Striche in mehrere gleiche Theile getheilt, deren jeder lg Minu-ten halten soll, so daß also jedes Intervall 0,1 oder 1,2 oder 2,3 u. f.zehn Minuten beträgt. Neben oder hier unter ihm sey der koncentrischeKreisbogen des Verniers angebracht, so daß, wenn die den Vernier tra-gende Alhidade um ihren Mittelpunkt bewegt wird, der Bogen des Ver-niers an dem festen Bogen des Kreises sich auf und ab bewegt. Alleindieser Bogen des Verniers sey nur so groß, als 9 Intervalle des oberenKreisbogens sind, er betrage also 9mal 10 oder nur 90 Minuten undsey dem ungeachtet dock wieder, wie jener, in 10 gleiche Theile getheilt.Daraus folgt also, daß 10 Intervalle des Verniers gleich 9 Intervallendes Kreises, daß also auch jedes einzelne Intervall des Verniers nurneun Zehntheile eines Intervalls des Kreises, d. h. daß jedes Intervalldes Verniers, auf dem Kreise genommen, genau gleich neun Minutenist. Legt man daher den Vernier an den Kreis so an, daß die beiden

Minute, die 2,2 um 2 Minuten,'die 3,3 um 3 Minuten u. s. w. voneinander abstehen, und man wird daher auf diesem Kresse, obschon ernur von 10 zu 10 Minuten getheilt ist, doch noch, mit Hülfe diesesVerniers, auch noch die einzelne Minute sicher und eben so gut ab-lesen können, als ob der Kreis selbst in diese einzelne Minuten ge-theilt wäre.

Gesetzt also, Kreis und Vernier stehen, wie in ^ so, daß der ^heil-