74V Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. §. 207.
mit jenem, in dem Felde des Fernrohrs erscheint, worauf man wieder
die Alhidade durch ihre Druckschraube fest stellt und durch die Mikro- ^ -
meterschraube in beide Bilder zur genauen Bedeckung bringt. Die jetzt ^ "
von der Alhidade angegebene Zahl der Theilstriche ist die doppelte ^
Höhe des beobachteten Gestirns. ^
Um den Quecksilber-Horizont vor dem Luftzuge zu beschützen, bedeckt '
man ihn mit einen Dache von zwei Glasplatten, deren Flächen einander l" > "
genau parallel sind. Statt des Glases wird man sicherer diejenige Glim-mergattung anwenden, die unter dem Namen Frauenglas oder Aliioii-
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6'ane bekannt ist, da diese schon von der Natur in vollkommen parallele >
Blätter gespalten wird. Künstliche Horizonte, die aus Spiegeln bestehen >' '
und mit Libellen horizontal gestellt werden, sind wohl bequemer, aber nie ^ - jso sicher, wie jene natürlichen. Auf dem Meere endlich bedient man B t >sich zu diesem Zwecke des Horizontes der See, d. h. derjenigen Linie, ' '
welche die Oberfläche des Meeres von dem Himmel trennt, indem man B /diese Linie mit dem zu beobachtenden Gestirn im Felde des Fernrohrszur Bedeckung bringt. Mi- '
H. 207. (Rectifikatiou des Sextanten.) Auch dieses Instrument muß,ehe es zu den Beobachtungen verwendet wird, zuerst in allen seinen jicki'l'Theilen berichtiget seyn. Die wichtigste dieser Berichtigungen betrifft den 5
sogenannten Colli mationsfehler des Sextanten. Es sotten nämlich,wie gesagt, beide Spiegel auf der Ebene des Sextanten senkrecht stehen, M,i ,
und überdieß, wenn die Alhidade auf Null steht, einander parallel seyn. — ^ -
Man stelle also die Alhidade in die Nähe des Nullpunktes der Einthei- ^ i -
tung und sehe durch das Fernrohr auf irgend einen wohl begränzten ^
Gegenstand. Mit einer geringen Bewegung der Alhidade wird man K - ^dann das unmittelbar durch den oberen Theil des kleinen Spiegels so- ii-wohl, als auch das mittelbar durch den großen Spiegel reflektirte Bild ^
desselben Gegenstandes in dem Fernrohre erblicken, worauf man beide,durch die Mikrometerschraube, zur genauen Deckung bringt. Steht indiesem Zustande die Alhidade nicht auf Null, sondern z. B. auf 0° 3lLdes eingetheilten Randes, auf der Seite von dem Nullpunkte () nachso muß man von allen mit dem Instrumente beobachteten Winkeln diese >,
Große 0° 3<L subtrahiren, um den wahren Winkel zu erhalten. Man ^
wird ihn addiren, wenn die Alhidade auf der andern Seite, zwischen O ^
und L, stünde. Kann man aber bei dieser Untersuchung die beiden Bit- - ^ 'der desselben Gegenstandes nicht zu einer genauen Bedeckung bringen, > '' 'sondern gleiten sie, wenn man die Alhidade bewegt, neben einander hin, .
so ist dieß ein Zeichen, daß der kleine Spiegel nicht senkrecht auf der -
Ebene des Sextanten steht. In diesem Falle wird man dann diesemSpiegel durch die unter ihm, auf der Hinteren Fläche des Sextanten, ^hervorstehende Schraube die gehörige Neigung gegen diese Fläche geben, ?
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damit er darauf senkrecht steht, d. h. damit die beiden Bilder in der
That zur Bedeckung gebracht werden können.
Besser ist es noch, zur Bestimmung jenes Collimationsfehlers nichtein terrestrisches Objekt, sondern die Sonne zu nehmen. Bringt man i
dann die beiden Bilder derselben an ihrem sehr scharf begränzten Rande '
an den entgegengesetzten Seiten dieses Randes zur Bedeckung, und liestfür beide Bedeckungen den Stand der Alhidade ab, so ist die halbe Dif- Mi».», '
ferenz der beiden Lesungen der Collimationsfehter des Instruments, und ei»^ .'
die halbe Summe derselben ist gleich dem Durchmesser der Sonne, wo- ȟr
durch man, da dieser Durchmesser aus den astronomischen Ephemeriden NeiH,,bereits bekannt ist, zugleich ein Prüfungsmittel hat, ob die beiden Be- ^
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obachtungen in der That gut und verläßlich sind. tziii ^