Beschreibung und Gebrauch der astrvnom. Instrumente. §. 205.
noch nicht nach seinem ganzen Werthe anerkannten Instruments beige-tragen zu haben.
H. 205. (Hadley's Sextant.) Alle bisher beschriebenen Instrumenteerfordern zu ihren Beobachtungen, wie man steht, einen festen und un-veränderlichen Stand. Allein auf der See kann man diesen nicht haben,und daher war noch eine andere Gattung von Instrumenten wünschens-werth, die dieser Beschränkung nicht unterliegen. Das vorzüglichste vondenen, die man zu diesem Zwecke ansgedacht hat, ist der Sextant (Fig.112), der seinen Namen von seinem Erfinder, John Hadley, hat, vb-schon man bereits im Jahre 1742 oder zehn Jahre nach der Bekannt-machung dieser Erfindung unter Hadley's hinterlasienen Papieren eineSchrift von Newton's Hand gefunden haben soll, in welchem der letztedieses Instrument, als von ihm selbst erfunden, beschreibt.
Der Sextant ist bestimmt, die Winkel zweier Gegenstände in jederRichtung desselben gegen den Horizont selbst dann zu messen, wenn derBeobachter keinen festen Stand hat, daher er, wie gesagt, besonders fürden Schiffer brauchbar ist, obschvn er auch für Beobachtungen auf demfesten Lande als eines der nützlichsten Instrumente erkannt werden muß.
Es besteht im Allgemeinen aus einem Kreissektor Ieess), um depenMittelpunkt sich eine Alhidade bewegt, welche bei AI einen Ver-nier und bei ^ einen auf sie senkrechten Spiegel trägt. Die spiegelndeFläche desselben geht durch den Mittelpunkt ez des Kreissektors und istmittelst einer Vorrichtung (Z auf seiner Rückseite senkrecht auf der Ebenedes Sektors befestigt. Ein anderer kleinerer Spiegel ist bei b' ebenfallssenkrecht auf die Ebene des Sextanten und so befestiget, daß er sehrnahe parallel mit der Linie <ss) geht, die den Mittelpunkt des Sex-tanten mit dem ersten oder dem Anfangspunkte des eingetheiltenRandes verbindet. Wenn daher die Alhidade (M mit ihrem Spie-> gel y so gestellt wird, daß der Index der Alhidade ssl durch diesen An-eangspunkt O der Theilung geht, so sind die Ebenen beider Spiegel zusin an der parallel.
Die obere Hälfte des kleinen Spiegels k* ist durchbrochen, so daßder Lichtstrahl von einem entfernten Objekte II durch diesen offenen Theildes Spiegels unmittelbar in das Auge E oder in das, auf diesen Spie-gel nahe senkrecht gestellte Fernrohr I)O kommen kann. Wird nun dieAlhidade (ZN mit dem daran befestigten Spiegel so lange gedreht,bis der Strahl eines zweiten Objektes IE in der Richtung Xlf auf dengroßen Spiegel kömmt und von demselben in der Richtung auf denuntern Theil des kleinen Spiegels restektirt wird, von welchem er end-lich in der Richtung in das Fernrohr oder in das Auge 0 des Be-obachters fällt, so sieht dieses Auge zugleich das Objekt H durch dieunmittelbaren Strahlen desselben, oder durch den durchbrochenen oberenTheil des Spiegels 1^, und das Objekt K durch die von beiden Spiegelnzweimal reflektirten Strahlen, in dem Felde des Fernrohrs, und manwird dann der Alhidade (M durch ihre Mikrvmeterschraube in noch einekleine Bewegung geben können, durch welche man es dahin bringt, daßdie Bilder der beiden Gegenstände II und I< sich im Felde des Fernrohrsgenau decken oder auf einander fallen. Da nun bei jedem Spiegel dereinfallende Strahl und der zurückgeworfene lfp und eben so auchund PI) mit der Ebene des Spiegels () oder p immer denselben Win-kel bilden und da, wie bereits erwähnt, die Ebene des kleinen SpiegelsH mit der Linie ezll des Anfangspunktes der Theilung parallel ist, sosieht man leicht, baß bei einer solchen Stellung der Alhidade fürwelche die Bilder der beiden Objekte II und k sich in dem Fernrohre