728 Beschreibung und Gebrauch der asirenom. Instrumente. 200.
In beiden Fällen sind auf dem inneren KreiseMI' vertikale Säu-len befestiget, die an ihren oberen Enden die horizontale Drehungs-ape ^11 des Instruments tragen. Senkrecht auf diese Drebuugsape istder Vertikalkreis II des Theodoliten und das Fernrohr (MI) desselbenbefestiget. Dieser Vertikalkreis ist ebenfalls entweder ein einfacher Kreismit seiner an der Ape III befestigten Alhidade, sie, oder er ist ein dop-pelter kvncentrischer Kreis, auf dieselbe Art, wie in Fig. IV7 eingerichtet,um damit auch die Höhen multipliciren zu können. Das Fernrohr (MI)ist in seiner Mitte bei sti unter einem rechten Winkel gebrochen, wodann ein im Innern des Rohrs bei stt angebrachter kleiner Spiegel dievon dem Objektive I) nach der Richtung IM einfallenden Strahlen in diedarauf senkrechte Richtung HL nach dem Okular E zu reflektirt. Beidieser Einrichtung des Fernrohrs wird also das Auge des Beobachtersbei I immer das Gestirn, es mag hoch oder niedrig stehen, in der hori-zontalen Richtung der Linie erblicken, zu welchem Ende demnach dieeine Hälfte lXL der Drehungsare durchbohrt oder hohl seyn muß. Da-mit die Drehungsape durch die Objektivhälfte lXI) des Fernrohrsnicht schief gedrückt wird, ist das Gegengewicht II an der Stange MIangebracht. Um endlich den Höhenkreis II in jeder seiner Lagen festzu stellen, wird man die Druckschraube n, die unmittelbar auf die Dre-bungsare ^.IZ wirkt, anziehen. Um dann dem so befestigten Kreis sammtseinem Fernrohre doch noch eine kleine Bewegung zu geben, durch welcheman den Faden des Fernrohrs genau auf den Stern bringen kann, isteine eigene Vorrichtung II, mit ihrer Mikrometerschraube ml, angebracht,die ganz der bei dem Meridiankreise (Fig. lb'») bei <und t I beschrie-beneu ähnlich ist und daher hier keiner weiteren Erläuterung bedarf.
H. 2W. (Gebrauch und Rectl'fikation des Theodaliteu.) Wenn derKreis MI und die Drehungsape ^1! bereits horizontal, und wenn derHöhenkreis I I so wie die optische Are des Fernrohrs bereits senkrechtauf der Drehungsare LI!, also auch senkrecht zu dem Horizonte gestelltsind, so wird man, wenn das Instrument nicht multipticirt oder wenndie beiden äußeren Kreise M!' und MI fest sind, bei der Beobachtungmit diesem Instrumente auf folgende Weise verfahren.
Gesetzt, man wollte den Winkel, welchen zwei Thurmspitzen in demA uge des Beobachters bilden, und zugleich die Differenz der Höhen dieserSpitzen über dem Horizonte finden. Zu diesem Zwecke wird man alsoden Höhenkreis I I sammt dem Fernrohre um die Vertikalare II, undzugleich das Fernrohr >!l um seine Horizontalare so lange drehen,bis die Spitze des einen Thurms im Felde des Fernrohrs nahe bei demDurchschnitte der beiden Kreuzfäden desselben erscheint. Jetzt werdenbeide Kreise III und II' durch ihre Druckschrauben geschlossen und derFadendurchschnitt, mit Hülfe der Mikrometerschrauben dieser beiden Kreisegenau auf die Thurmspitze gebracht, wo dann die beiden Kreise abge-lesen werden. Dann werden sie wieder gelüftet und so lange gedreht,bis auch die zweite Spitze im Felde des Fernrohrs erscheint, wo dasselbeVerfahren wiederholt und die Stellung der beiden Kreise wieder abge-lesen wird. Die Differenz der beiden Lesungen an dem Kreise MI' gibtdann den gesuchten Horizontalwinkel der beiden Thürme, so wie die Dif-ferenz der beiden Lesungen des Kreises II' die gesuchte Höhendifferenzder Spitzen dieser Thürme geben wird.
Will man die absolute Höhe dieser Objekte selbst kennen, so wirdman zuerst den Zenithpunkt des Höhenkreises II durch die oben (H. lill)erwähnten Methoden bestimmen. Man wird z. B. die Höhe irgend einesweit entfernten und scharf begränzten Gegenstandes in zwei entgegenge-