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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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715
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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.

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gesuchte Meridianhöhe des Sterns zu erhalten. Allein der Künstler hatdas nicht gethan und kann es auch nicht thun, so wenig, daß er viel-mehr jenen Nullpunkt der Theilung ganz willkührlich nehmen und esdem Beobachter überlassen muß, zu suchen, wie viel er ihn unrecht ge-nommen hat. Man pflegt dieß den Co llimationsfehler des Instru-ments zu nennen, jo daß also, wenn der eigentliche Horizontalpunkt desKreists, nicht wie er sollte, auf 0°, sondern z. B. ans 10° 2V' 30" fallensollte, der Collimationsfehler desselben gleich diesem Bogen seyn würde,wo man alio dann von jeder an dem Instrumente abgelesenen Höhe nurwieder diesen constanten Fehler 10° 20' 30" zu subtrahiren haben würde,um sofort die wahre beobachtete Hohe zu erhalten.

Wie findet man aber diesen Co llimationsfehler ? — Diese Frage istfür den Beobachter von der größten Wichtigkeit, da man, ohne die Kennt-niß dieses Fehlers, wie man sieht, eigentlich gar nicht beobachten kann.

H. 191. (Den Horizontalpunkt des Kreises zu finden.) Ein Mittel zudiesem Zwecke haben wir im Grunde schon in dem vorhergehenden H. 189kennen gelernt.

Beobachtet man nämlich ein Gestirn zur Zeit seiner Culminationzuerst immittelbar, indem man das Fernrohr ans die gewöhnliche Weiseauf dasselbe richtet, und beobachtet man es auch in dem Spiegel einesQuecksilberhorizontes, indem man das Fernrohr ans das Bild des Ge-stirnes in diesem Spiegel richtet, so erhält man dadurch, wie wir gesehenhaben, einen von dem Fernrohre auf dem eingetheilten Limbns des Krei-ses durchlaufenen Bogen, der genau gleich der doppelten Höhe des Ge-stirns über dem Horizonte des Beobachters ist, so daß also die Mittedieses Bogens der gesuchte Horizontalpunkt des Kreises seyn wird. Hätteman z. B. die direkte von der Refraction (I. H. 185) befreite Höhe einesSterns gleich 102°, und die im Spiegel reflectirte gleich 48° gefunden,so würde die wahre Höhe desselben gleich der halben Differenz dieser Zah-len oder gleich 27° und der Collimationsfehler gleich der halben Summederselben oder gleich 75° seyn, so daß man also von jeder an diesem In-strumente direkt beobachteten Höhe den Collimationsfehler 75° subtrahi-ren muß, um die wahre Höhe des Gestirns zu erhalten.

Ohne Hülfe eines solchen Spiegels kann man den Collimationsfeh-ler des Kreises auch dadurch finden, daß man ein Gestirn zweimal di-rekt, aber in verkehrten Lagen des Kreises beobachtet. Gesetzt man hättein der ersten Lage des Instruments, wo der Kreis inn z. B. gen Ostoder an der Seite des östlichen Pfeilers stand, wenn man den hori-zontalen Faden des Fernrohrs auf ein Gestirn richtet, an dem Kresiedie Zahl 40° 13' 10" gelesen. Man hebe dann das Instrument ausseinen Lagern bei ^ und !!, stelle es in verkehrter Richtung, so daz; derKreis nm, jetzt auf den westlichen Pfeiler kömmt, und bringe endlichden Faden des Fernrohrs wieder auf denselben Stern, wo dann derKreis 44° 32' 20" zeigen soll. Man sieht, daß sonach das Fernrohrzwischen diesen beiden Beobachtungen auf seinem Kreise einen Bogendurchlaufen hat, der gleich ist der doppelten Zenithdistanz dieses Sterns,und daß daher die Mitte dieses Bogens dem wahren Zenithpunkre desBeobachters entspricht. Nimmt man daher die halbe Differenz dieser bei-den Zahlen, so erhätt man den Collimationsfehler gleich 2° 9' 35", unddiese Zahl ist es, die man zu allen Beobachtungen, wo der Kreis öst-lich steht, addiren und von allen, wo der Kreis westlich steht, subtrahirenmuß, um die wahre Zenithdistanz des Gestirns zu erhalten, die demnachhier gleich 42° 22' 45" oder gleich der halben Summe jener beiden erstenZahlen ist.

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