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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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714
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7 ^ z Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. §. igo.

gesorgt hat, indem er die oben erwähnten vier Verniere unter rechtenWinkeln gegen einander stellte.

IV. In den neueren Zeiten hat man auch diejenigen Fehler zu be-rücksichtigen gesucht, welche aus der Wirkung der Schwere auf Fernrohrund Kreis, bei den verschiedenen Lagen derselben, entstehen. Zu diesemZwecke beobachtet man einen Circumpolarstern in seiner oberen sowohl,als auch in seiner unteren Conjuuktion und zwar in jeder zweimal, in-dem zuerst der Kreis mn.östlich, und dann westlich von dem Fern-rohre steht.

Allein die an diesen Instrumenten angebrachten Fernrohre sind solichtstark^ daß man damit nicht nur die Fixsterne der zweiten und drit-ten Größe, wie den Polarstern bei Tage, sondern daß man auch dasBild dieser Sterne in einem Spiegel durch diese Fernröhre sehr gutsehen kann. Man wählt dazu gewöhnlich eine mit Quecksilber gefüllteSchale, weil die Oberfläche dieses Metalls sehr gut spiegelt und weil sie,wie überhaupt alle Flüssigkeilen, im ruhenden Zustande eine genau hori-zontale Lage einnimmt. Wenn man aber das Bild eines Sterns ineinen vor das Objektiv gestellten horizontalen Spiegel beobachtet unddann wieder das Fernrohr unmittelbar, wie bei den gewöhnlichen Be-obachtungen, auf den Stern selbst wendet, so durchläuft das Fernrohr,zwischen diesen beiden Beobachtungen, an dem Kreise einen Winkel, dergenau gleich der doppelten Höhe dieses Sterns ist. Denn da, nach dembekannten optischen Gesetze, der Reflexionswinkel des von dem Spiegelzurückgeworfenen Lichtstrahls gleich dem Einfallswinkel des unmittelbarvon dem Stern kommenden Strahls ist, so sieht man das Bild des(Sterns im Spiegel genau ebenso tief unter dem Horizonte, als man denStern selbst über dem Horizonte erblickt.

Beobachtet man daher dieses Bild des Polarsterns, sowie früher ihnselbst, ebenfalls in beiden Culminationen und in beiden Lagen des Krei-ses in-,, so erhält man dadurch acht Beobachtungen, aus welchen man,durch eine zweckmäßige Combination derselben, jene Beugung des In-strumentes finden kann, die aus der verschiedenen Einwirkung der Schwereauf die einzelnen Theile desselben entsteht.

§. IM. (Gebrauch des Meridiankreises.) Da dieses Instrument, wiebereits gesagt, zugleich ein Mittagsrohr ist, so wird man die Beobach-tungen der Durchgänge der Sterne an den vertikalen Fäden des Fern-rohrs ganz ebenso anstellen, wie oben (H. 181) bei dem Mittagsrohregesagt worden ist, und dadurch entweder die Correction der Uhr, wenndie Rectascension des Sterns bekannt ist, oder diese Rectascension finden,wenn der Stand und Gang der Uhr bereits durch andere vorhergehendeBeobachtungen an diesem Instrumente gegeben ist.

Allein der Meridiankreis soll, nebst den Rectascensionen, auch dieHöhen der durch ihn in dem Meridian beobachteten Gestirne geben, zuwelchem Zwecke er mit dem oben beschriebenen, auf seine Drehungsaxesenkrechten und auf das Genaueste eingetheilten Kreise versehen ist. Wennnun der Nullpunkt des Kreises, wo die auf ihm verzeichnete Reihe derGrade eben anfängt, von dem Künstler schon genau in denjenigen Punktder Peripherie gesetzt worden wäre, der bei dem zwischen seinen Pfeilernaufgestellten Kreise dem Horizonte entspricht, wenn nämlich derjenigeDurchmesser desselben, der durch die Punkte 0° uud 180° geht, in demHorizonte läge, und daher der durch 90° und 270° gehende Durchmesserauf dem Horizonte senkrecht stünde, so würde man nur den horizontalenFaden des Fernrohrs auf den durch den Meridian gehenden Stern stel-len, und die Verniere des Kreises ablesen, um auch sofort schon die