§. 189. Beschreibung und Gebrauch der astrouom. Instrumente. 71^
daß nun diese Axe auf den vier Rollen ihrer beiden Hebel, wie auf denRädern eines Wagens hin und her gedreht werden kaun, während dasganze schwere Instrument vielleicht nur mehr mit dem tausendsten Theileseines eigentlichen Gewichtes auf den cylindrischen Endpunkten dieserAxe ruht. Ein ähnliches Gegengewicht sieht man auch in 8, wel-ches bestimmt ist, die Schwere der auf seiner Seite stehenden .Kreise aufdieselbe Art zu balancireu. Da man, wie wir bald sehen werden, diesesInstrument öfters umkehren muß, so daß diese Kreise bald auf der Seitedes Pfeilers bald auf jener von 0 zu liegen kommen, so muß jederPfeiler zwei Säulen tragen, von welchen die eine .8 für die Axe und dieandere t für die beiden Kreise bestimmt ist.
H. 18!). (Rectification des Meridiankreises.) Da dieses Instrumentnicht nur die Rectascensionen, wie das Mittagsrohr, dem es so ähnlichist, sondern auch die Höhen der Gestirne, während ihres Durchgangesdurch den Meridian, anzeigen soll, so werden, für die Rectification des-selben zuerst alle diejenigen Vorschriften gelten, die wir schon obentz. 178 bei dem Mittagsrohre angeführt haben und die daher hierkeiner neuen Aufzählung bedürfen.
!. Um die gleiche Größe und Lage der cylindrischen Zapfen ^ undL der Rotationsaxe zu prüfen, kann man, für verschiedene Stellungendes Fernrohrs über dem Horizonte, die Hänglibelle mit ihren Hacken andiesen Zapfen einhängen und zusehen, ob die Blase der Libelle immerdieselbe Lage beibehält. Man stellt z. B. das Fernrohr horizontal, dasObjektiv I) nach Süden, während der Kreis mn auf der Seite des öst-lichen Pfeilers ? steht. Hängt man bei diesem Stande des Instrumentsdie Libelle zweimal, in verkehrter Lage, an die Axe, so sey z. B. 1U diehalbe Differenz der beiden Lesungen. Man kehre nun das Instrumentum, so daß der Kreis um auf den westlichen Pfeiler l) komme und stelledas Fernrohr wieder horizontal, aber das Objektiv nach Nord und hiersey, nach der doppelten Eiuhängung der Libelle, die halbe Differenz derzwei Lesungen gleich 22. Daraus folgt, daß die Libelle bei der erstenLage des Instruments um '/? (22 —10) oder um 6 Tbeilstreiche andersstand als bei der zweiten. Beträgt nun, wie oben (§. 128) der Theil-strich 2/5 Secunden, so macht dieser Unterschied der beiden Lagen der Ro--tationsaxe 6mal ^/z oder 4 Secunden, zum Zeichen, daß entweder diebeiden Zapfen der Axe von der genauen cylindrischen Gestalt abweichen,oder daß die Axen dieser Cylinder nicht ganz scharf in einer geraden
!I. Um die Gleichheit der Durchmesser dieser Cylinder zu untersu-chen, wiederhole man die so eben erwähnten Operationen mit der Libelle,doch so, daß das Objektiv des Fernrohrs, in beiden Lagen^des Instru-ments, immer nach derselben Seite, z. B. immer nach Süd gerichtetwird; findet man in der ersten Lage jene halbe Differenz z. B. 15 gegenOft und in der zweiten 5 gegen West, so ist die Summe dieser Zahlen20, und diese durch ^ multtplicirt, gibt 13.3 Secunden für die gesuchteUngleichheit der Durchmesser jener Cylinder. Sollten aber beide halbeDifferenzen östlich oder beide westlich gefunden werden, so würde mandie Differenz jener zwei Zahlen nehmen und dadurch illmal ssz oder 6.3für die Ungleichheit der Cylinderdurchmesser erhalten.
M. Wenn der äußere Kreis mm mit dem inneren nicht genau con-centrisch liegt, so wird die Ablesung der beobachteten Höhen der Sternedadurch geändert oder sie wird fehlerhaft seyn. Allein diesem Fehlerkann man sehr leicht dadurch begegnen, daß man an zwei einander dia-metral gegenüber liegenden Vernieren abließt, wofür der Künstler schon