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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
705
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z. !8S. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.

z. B. als ein dem Horizonte parallel gelegtes Tischblatt denken. Hie«wird es sehr leicht seyn, unsern Stift in dem Tische in der durch dieerste Frage geforderten Weise aufzustellen. Die Erdaxe macht nämlichmit dem Horizonte eines jeden Ortes auf der Oberstäche der Erde einenWinkel, der gleich der Polhöhe oder, was dasselbe ist, der gleich der geo-graphischen Breite dieses Ortes ist (Einl. H. 27), welche letzte man be-kanntlich aus jeder guten Karte des Lande's, in welchem jener Ort liegt,nehmen kann. Für Wien z. B. ist die geographische Breite 48" 12" 35".Sei al>o Xi-DD (Fig. 103) die erwähnte horizontale Tafel. Man ziehein ihr, durch irgend einen willkührlich gewählten Punkt O, die zweiunttw sich senkrechten Linien H.II und DD und befestige in dem Punkte Oder Tafel einen geradlinigen Stift OD über dieser Tafel so, daß er mitden beiden Linien OD und OD einen Winkel von 90 Graden, mit derLinie O L aber einen Winkel von 48" 12" 35"" macht, so wird dieservtift der Erdare parallel stehen, sobald man die horizontale Tafel sostellt, daß die Linie OX genau nach Nord, also auch OD nach Ost, ODnach West und Ot! endlich nach Süd gerichtet ist, so daß also die Linie.OOI! die Mittagsliuie (Einl. H. 15) des Ortes vorstellt. — Einfacherwird sich dieser Stift noch so in seine gehörige Lage stellen lassen. Manbilde sich z. B. aus Carton oder Metallblech ein bei O rechtwinkligesDreieck OOP, dessen einer Winkel bei O gleich der Polhöhe des Ortes,also in unserem Beispiele, gleich 48" 12" 35"" ist, und stelle dann diesesDreieck senkrecht auf die Ebene der Tafel so, daß der Scheitel O des-selben in den oben gewählten Punkt O der Tafel, und daß die Seite OOdes Dreiecks in die oben gezogene Linie O.X der Tafel fällt. In dieserLage wird die größte, oder die dem rechten Winkel O gegenüberstehendeSeite Op die wahre Lage des Stiftes angeben, so daß man also, beidieser Stellung des Dreiecks, den Stift nur in die Richtung der SeitePO des Dreiecks bringen, und in dieser Lage an der Tafel befestigenkann.

Damit ist also die erste unserer Fragen beantwortet. Allein wiesoll man nun, in derselben Tafel, die Linien finden, auf welche derSchatten des Stiftes fallen muß, wenn es eben 1, 2, 3... Uhr wahreZeit ist?

Zu diesem Zwecke kann man sich des folgenden graphischen Ver-fahrens bedienen.— Nachdem man, wie zuvor, durch einen willkührlicügewählten Punkt O der Tafel die beiden unter sich senkrechten Geraden

und DD gezogen hat, ziehe man nun, ebenfalls in der Ebene dieserTafel, die Linie O<) so, daß sie mit der Linie OX einen Winkel .LOYgleich der Polhöhe des Ortes bilde. Man nehme dann in dieser LinieO() irgend einen, ebenfalls willkührlichen, Punkt p und errichte in die-sem Punkte p auf die Linie Ol) eine Senkrechte, welche die Linie ^.Oin dem Punkte II schneiden soll. Durch diesen Punkt II ziehe man eineauf ^LO senkrechte, also mit DD parallele Gerade I)"D". Man nehmeferner in der Linie .XO von dem Punkte II aus die Linie IID genau sogroß, als jene Senkrechte HP war, und ziehe aus dem so bestimmtenPunkte 0, als aus einem Mittelpunkte, mit irgend einem willkührlichenHalbmesser, z. B. mit dem Halbmesser (>II den Halbkreis MM. Theiltman dann die Peripherie dieses Kreises von dem Punkte U aus, zu bei-den Seiten desselben, in sechs gleiche Theils, und zieht durch die Thei-lungspunkte a, b, e . . die Halbmesser Oa, Oll, Oe... und verlängertdieselben, bis sie die oben erwähnte Gerade I)"U" in den Punktene"... schneiden, so hat man nur diese Punkte a", b", e"... mit demoben gewählten Punkte O durch die geraden Linien Oa"Xl, OK'X, Ov"IX

Littrow. ^15