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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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704
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5«; j Besikweilumg und Gebrauch der asiroiwm. Instrumente. §. 185.

Dies; wäre demnach die einfachste und zugleich die sicherste Sonnen-uhr, die man haben könnte, und einmal auf jeuer Ebene die Orte desSchaltens der Erdare für die verschiedenen Stunden, Minuten und Se-kunden des wahren Tages bestimmt, wurden wir, so oft dieser Schattenwieder ans eine der so bezeichneten Stellen siele, sofort auch daraus diewahre Z-it dieses Augenblickes, ohne Instrumente, ohne Rechnung, durchden rlosten Anblick jener Flächen finden.

Allein wo ist jene Fläche, oder wie sollen wir uns eine solche ver-schaffen? — Da dieß offenbar für unsere Kräfte unmöglich ist, müssenwir deßhalb ganz von unserer Unternehmung abstehen?

Eine sehr einfache Betrachtung wird uns helfen, dieses an sich un-überwindliche Hinderniß zu umgehen, und unsern Zweck auf einem andernWege zu erreichen. Der Halbmesser unserer Erde beträgt, wie wiroben gesehen haben, 859 deutsche Meilen; der Halbmesser der Erdbahnaber, oder mit anderen Worten, die mittlere Entfernung der Sonnevon der Erde hat 29,658,000 Meilen. Die letzte ist also über 24,000malgrößer, als die erste. Die ganze Erde ist also nur als ein sehr kleinerKörper, nur als ein beinahe verschwindender Punkt gegen jene hobleHimmelskugel anzusehen, in deren Oberfläche sich die Sonne aufhält.Wollten wir uns z. B. diese beiden Kugeln in ihren; wahren Verhält-nisse durch ein Modell darstellen, in welchem der Durchmesser der klei-neren, der Erde, einen Schuh beträgt, so müßten wir dem Durchmegerder größeren, der Himmelskugel, einen Durchmesser von 24,000 Fuß,also von mehr als einer deutschen Meile geben, da schon 22,842 P. Fußauf eine solche Meile gehen. Also würde auch eine so kleine Kugel vonnur einem Schuh im Durchmesier, wenn wir hinter ihr eine feste Flächeanbringen, oder wenn wir sie vor der festen Wand eines Hauses odervor dem Dache eines Thurmes u. s. w. aufstellen, uns ganz dieselbeDienste leisten, wie jener vorhergehende zu große, und darum für unsunmögliche Apparat, wenn nur, was allerdings hier Hauptsache ist,wenn nur die Ape dieser kleinen Kugel, wofür hier irgend ein durchihren Mittelpunkt gehender, und zu beiden Seiten - verlängerter Stiftgenommen werden kann, mitdergroßen Weltaxe genaü parallelgelegt wird. Wegen der so geringen Größe der Erde gegen die unge-meine Entfernung der Sonne kann man nämlich, ohne allen merklichenFehler, annehmen, daß die Sonnenstrahlen, obschon sie eigentlich ausder Sonne divergent ausgeben, auf alle Punkte der Erde in unter sichparallelen Richtungen auffallen, und daß es daher, in Beziehungauf unsere Absicht, gleichviel ist, auf welchem Punkte der Oberfläche derErde man diese Ape anbringt, wenn mau sie nur mit der wahren Areder Erde vollkommen parallel stellt, so daß also auch sogar jene kleineKugel, von der wir so eben gesprochen haben, ganz überflüssig wird,indem schon ein einfacher, der Erdape paralleler Stift genügt, um diesenunsern Endzweck zu erreichen, nämlich um durch den Schatten einessolchen Stifts, den er auf eine hinter ihm stehende, ebene oder krummeFläche wirft, die wahre Zeit in jedem Augenblicke anzugeben.

tz. 185. (Horizontale Sonnenuhr: erste Methode) Unsere Aufgabereducirt sich demnach auf folgende zwei Fragen: wie soll man erstenseinen geradlinigen Stift so stellen, damit er der Erdaxe parallel werde,und wie soll man zweitens auf einer hinter diesem Stifte stehendenFläche die Orte des Schattens dieses Stiftes für jeden Augenblick derwahren Zeit angeben?

Um die Antworten auf diese Fragen nicht gleich anfangs zu sehr zucompliciren, wollen wir uns jene Fläche als eine horizontale Ebene,