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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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700
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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. 183.

selbst außer dem eigentlich wissenschaftlichen Leben, nicht überall einge-fühlt istj wo man eurer genauen Zeitbestimmung bedarf. Unsere Uhr-macher z. B. werden nie einen höheren Grad ihrer Kunst erreichen undmit den Chrvnometermachern Englands und Frankreichs, deren jeder einekleine Privatsternwarte in seinem Hause hat, rivalisiren können, so langesie nicht einmal genau wissen, ob die von ihnen verfertigten Uhren einenregelmäßigen Gang haben. Denn welches Mittel haben sie, dieses zuerfahren? — Sogenannte Probeuhren oder Regulatoren, von welchen sieeinstweilen voraussetzen, daß sie gut sind. Aber was berechtigt sie zudieser Voraussetzung? Einige bedienen sich zu diesem Zwecke sogar derSonnenuhren, die sie sich auf der Rückfeite ihres Hauses von irgendeinem vielleicht sehr unerfahrnen Menschen aufzeichnen lallen, ohne zubedenken, daß noch nie eine solche Uhr verzeichnet worden ist, durchwelche man die Zeit bis auf eine oder auch auf mehrere Sekunden genauerhalten kann. Ja viele von ihnen kennen noch nicht einmal den Un-terschied zwischen wahrer und mittlerer Zeit, und wollen ihre Uhren,denen sie doch vor allen einen gleichförmigen Gang geben sollen, zwin-gen, nach der Sonne d. h. ungleichförmig zu gehen. Alles dies; hindertsie aber nicht, als Künstler, wie sie sich selbst zu nennen belieben, mitStolz auf die anderen Handwerker herabzusehen, die sie tief untersich erblicken, wenn gleich mancher von diesen letzten, sein Handwerk mitviel mehr Kenntniß desselben und mit viel mehr Ueberlegung treibt, alsjene ihre sogenannte Kunst zu behandeln pflegen.

H. 183. (Zeitbestimmung selbst ohne Fernrohr.) Da eine wenigstensgenäherte Kenntniß der Zeit selbst im bürgerlichen Leben so nothwendigist, unch da^ nicht Jedermann sich die Instrumente oder das Fernrohrdazu verschaffen kann, so wird es wünschenswert!) seyn, denselben Zwecknoch auf eine einfachere Weise zu erreichen.

Der oben erwähnte Gnomsn, eine verticale Stange auf horizontalemBoden, ist zwar einfach genug und seine Anschaffung in JedermannsBereiche. Allein seine Aufstellung im Freien setzt ihn zu vieleu Ver-änderungen durch Winde, Witterung, Störungen durch Menschen undThiere aus, als daß er für längere Zeit mit Sicherheit gebraucht werdenkönnte. Für einen oder einige Tage aber läßt er sich ohne Mühe undKosten errichten, um dadurch den Stand und Gang einer Uhr, für diesewenigen Tage, kennen zu lernen und dann, mit Hülfe einer solchen Uhr,andere Mittel zur künftigen, dauernden Zeitbestimmung in Bewegungzu setzen, wie wir dieß so eben in Beziehung auf die Sternverschwindun-gen gethan haben, und wie wir es auch hier, in Beziehung auf eineandere Methode der Zeitbestimmung, wieder thun wollen.

Setzen wir also, um die Sache anfangs so einfach als möglich vor-zutragen, voraus, daß mau in seiner Wohnung ein Fenster habe, dessenRichtung wenigstens nahe nach Süden gehe, so daß dasselbe von derSonne im Mittag beschienen werde. An dem obersten Theile desselben,zwischen den beiden Glasfenstern, befestige man eine Schnur auf eineunveränderliche oder doch immer wieder leicht und sicher zu findendeWeise. Diese Schnur, die nahe so laug, als das Fenster hoch ist, tragean ihrem unteren Ende ein an ihr frei schwebendes Gewicht, schwergenug, die Schnur straft zu spannen. Die Schwankungen der Schnurdurch Luftzug der beiden Fenster zu vermeiden oder doch zu vermindern,kann man den untern Theil des Gewichtes in einer mit Wasser gefülltenSchaale gehen lassen.

Hat man die Dicke der Schnur stark genug gewählt, um den Schattenderselben, wenn sie von der Sonne beschienen wird, entweder auf dem