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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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698
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6I8 Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. Z. 18^.

In der That, während der beiden ersten Tage blieb sie um 1 Minute8 Sekunden, also täglich um 3t Sekunden zurück. In den drei Tagenvom 7. bis zum 10. Julius blieb sie 1 Minute 40 Sekunden, also täg-lich wieder 33.3 Sekunden zurück. In den zehn letzten Tagen endlich,vom 10. bis zum 20. Julius blieb sie 5 Minuten 43 Sekunden, alsotäglich 34.3 bekunden zurück. Ihre tägliche Recardation gegen mittlereZeit ist daher

aus der ersten Vergleichung 34.0 Sekundenzweiten „ 33.3 „dritten » 34.3 „und da die drei letzten Zahlen so wenig unter einander verschieden sind,so kann man den Gang der Uhr während dieser 15 Tage als gleichförmig,nämlich ihre tägliche Retardation im Mittel gleich 33.87 Sekunden an-nehmen.

Eine solche Uhr vorausgesetzt, beobachte man nun an einem vorseinem Fenster stehenden Thurme oder höheren Hause, mittelst einesFernrohres von nur schwacher Vergrößerung, die vorüberziehenden Fix-sterne, wie sie nach einander von der Mauer bedeckt werden und hinterihr verschwinden. Wenn diese Mauer weit genug, etwa einige hundertKlafter, von dem Auge des Beobachters entfernt ist, so haben diese Ver-schwindungen der Sterne augenblicklich statt und können daher mit vielerSchärfe beobachtet werden. Wenn ferner der Theil der Mauer, anwelchem man diese Verschwindungen sieht, senkrecht auf dem Horizontesteht, wie dieses bei den meisten Mauern der Fall ist, so wird ein Fix-stern, dessen Declination nngeändert bleibt, alle Tage des Jahres umdieselbe Sternzeit hinter der Mauer zu verschwinden scheinen, wennanders das Auge des Beobachters immer dieselbe Lage beibehält. Denneigentlich geht der Stern im Augenblicke seiner Verschwindung durch denVerticalkreis (Einl. tz. 10), der durch das Auge und durch die senkrechteMauer des Thurmes bestimmt wird, oder der Stern hat in diesem Augen-blicke dasselbe Azimut (Einl. §. 20), welches auch der Thurm für denBeobachter hat. Allein wenn für einen am Himmel fixen Stern(i. Fig. 2) das Azimut nicht geändert wird, so bleibt auch sein

Stundenwinkel IUX8' und also auch die Sternzeit VtZ seines Durchgangsdurch den Verticalkreis immer derselbe, da nach Einl. §>. 28 dieseSternzeit nichts anders ist, als die Summe seines Stundenwinkelsoder und seiner Rectascension Derselbe Stern wird daher alle

Tage um dieselbe Sternzeit verschwinden, und man darf diese Sternzeitnur einmal genau bestimmen, um durch die beobachtete Verschwindungdes Sterns auch für jeden anderen Tag sofort den Fehler seiner Uhrgegen Sternzeit bestimmen zu können.

Dabei wird, wie gesagt, bloß vorausgesetzt, daß das Auge des Be-obachters immer denselben Ort unverändert beibehalte. Allein dieserForderung wird man sehr leicht genügen, wenn man z. B. an seinemFensterstocke einen größeren festen Nagel schief gegen den Horizont soeinschlägt, daß das Fernrohr, während der Beobachtung, in den Winkel,welchen der Nagel mit den Fensterbalken bildet, frei herabsinkt. Indieser Lage richtet man dann das Fernrohr auf den Thurm so, daß dasAuge die bekannte Stelle des Thurms, wo der Eintritt des Sterns statthaben soll, in der Mitte des Feldes erblickt.

Man sieht ohne meine Erinnerung, daß es zu solchen Beobachtun-gen am bequemsten ist, seine Uhr nach Sternzeit gehen zu lassen, wiedieß auch auf allen Sternwarten bereits eingeführt ist (Vergl. i. H. 161).Allein da wir nun einmal daran gewöhnt sind, unsere Uhren nach mitt-