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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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693
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§. 179. Beschreibung und Gebrauch der aftronom. Znstrumente.

unteren Endpunkte dieser Fäden durchgehen läßt, und zusteht, ob dieZeitintervalle für jedes Fädenpaar aus jenen beiden Beobachtungen genaudieselben sind. Dieß gibt zugleich ein einfaches Mittel, die Entfer-nung dieser Seitenfäden von dem mittleren oder von dem Hauptfadenzu bestimmen. Beträgt z. B. die Zeit, die ein intern von bekannterDeclination braucht, von einem dieser Nebenfäden zu den mittleren zugelangen, 100 Sekunden Sternzeit, so wird man nur diese 100 Sekundendurch den Cosinus der Declination des Sterns mnltipliziren, um dasgesuchte Intervall der beiden Fäden in Sternzeit zu erhalten. Ist z. B.diese Declination gleich 80 Graden, so hat man, da der Cosinus von80 Graden gleich 0.1736 ist, 17.36 Sternzeitseknuden für das gesuchteIntervall der beiden Fäden, das daher im Raume oder in Bogensekun-den ausgedrückt, I5mal größer oder gleich 260.4 Bogensekunden ist.Beobachtet man dann einen andern Stern, dessen Declination z. B.40 Grad beträgt, wovon der Cosinus 0.7660 ist, an diesem Seitenfaden,so wird er jenes Intervall in einer Zeit durchlaufen, die gleich 17.36dividirt durch den Cosinus seiner Declination, d. h. die gleich 22.663Sternzeitsekuuden ist, so daß man daher zu der Beobachtnngszeit andiesem Seitenfaden nur 22.665 Sekunden addiren, oder wenn er west-licher steht, davon subtrahiren darf, um sofort die Zeit zu erhalten, wenndieser Stern durch den mittleren oder durch den Hanptfaden gegangenist. Noch wollen wir bemerken, daß man dieser Reihe von senkrechten,unter sich parallelen Fäden gewöhnlich noch einen anderen darauf senk-rechten oder nahe horizontalen hinzufügt, der dazu dient, die zu beob-achtenden Sterne alle nahe durch dieselben Punkte der andern vertikalenFäden, also in der Nähe dieses horizontalen, durchgehen zu lassen, woes jetzt nicht mehr nöthig ist, die verticalen unter sich ganz genau paralleleinzuspannen, was nur schwer oder gar nicht erreicht werden kann.

Um nun noch die Collimationslinie, d. h. den mittleren verticalenFaden des Mittagsrohrs ganz genau in die Ebene des Meridians zubringen, wird man am besten einen dem Nordpole des Aeguators nahenStern in seiner obern sowohl» als auch in seiner unteren Cnlminativnan dem Mittagsrohre beobachten. Geht die Uhr bereits sehr nahe nachSternzeit, so beobachte man die Uhrzeit der zwei Augenblicke, wo z. B.der Polarstern in seiner oberen und unteren Culmination ist, und snbtra-hire die letzte Zeit von 12 Uhr. Die halbe Differenz der so erhaltenenzwei Zeiten dividirt man dann durch den Cosinus der Polhöhe und durchdie Taugente der Declination des Sterns: was herauskommt, ist diegesuchte Abweichung des Rohrs von dem Meridian oder ist das gebuchteAzimut (Einl. §. 20). Um dieß durch ein Beispiel zu erlist-tern, nehmenwir an, man hätte für die obere Culmination des Polarsterns 0 stan-den 58 Minuten 20 Sekunden, und für die imkere 12 Stunden 58 Mi-nuten 50 Sekunden gefunden, so ist jene Differenz 30, also ihre Hülste15 Zeitsekunden. Die Declination des Polarsterns ist aber nahe 88° IGund die Polhöhe Wiens 48° 12/6. Von jenem Winkel ist die Tangente31.2416 und von diesem der Cosinus 0.6664, also beträgt auch das Azi-mut des Fernrohrs 0.721 Zeitsekunden und zwar gegen Ost, da jeneDifferenz positiv ist. Man wird daher in diesem Falle das Fernrohroder vielmehr die Drehungsave VN desselben mittelst der bereits erwähn-ten Schraube bei der Unterlage N dieser Ave, um 0.721 Zeitsekundenwestlicher stellen, um die Collimationslinie in die Ebene des Meridianszu bringen. Die Beobachtungen der nächstfolgenden Tage werden zeigen,ob man diese Zurechtstellung des Fernrohrs ganz genau vorgenommen