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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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688
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Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.

Z. 177.

gilt auch für die astronomischen Fernrohre. Da aber diese vorzugsweisefür die himmlischen, d. h. für sehr weit entfernte Gegenstände bestimmtsind, so wird der Beobachter, ohne alle Rücksicht ans jenen Faden, seinFernrohr zuerst auf ein Gestirn, z. B. auf den Mond richten, und seinOcular so lange verstellen, bis er die Flecken desselben am deutlichstensieht. Am besten zu diesem Zwecke wird man die Doppelsterne wählen,von welchen, in dieser Beziehung, schon oben (II. H. 221) gesprochenwurde. Wenn man nun, durch diese Verschiebung des Oculars, es dahingebracht hat, daß man einen solchen Doppelstern ganz rein und deutlichlieht, so wird man vielleicht den Faden nur sehr schlecht, in der Formeines grauen, breiten Streifens erblicken, zum Zeichen, daß er entwederzu nahe an, oder zu ferne von dem Objective steht. Denn in der wah-ren Entfernung von dem Objective, d. h. wenn er durch den Brennpunktdesselben geht, erscheint er, wie schon oben gesagt, immer ganz rein,schwarz und scharf begränzt. In diesem Falle wird man also, mittelsder dazu bestimmten Schraube, den den Faden tragenden Ring in derRichtung der Länge des Fernrohrs so lange verschieben oder seine Distanzvon dem Objecte ändern, bis er dem Auge völlig rein und schwarz er-lcheint. Allein diese bloße Ansicht des Fadens ist wohl hinreichend, ihndem Brennpunkte sehr nahe zu bringen, aber sie genügt nicht, um ihnmit der größten Schärfe genau durch diesen Brennpunkt selbst zu führen.Zu diesem letzten Zwecke wird man, nach jener ersten rohen Berichtigungdes Fadens, das Fernrohr auf irgend ein weit entferntes, festes undwohl begränztes terrestrisches Object, z. B. auf die Ecke einer Thurm-spitze richten, und den Faden mit dieser Ecke in genaue Berührung brin-gen. Dann bewegt man das Auge vor dem Ocular rechts und links soweit, als man nur eben noch durch das Fernrohr den Faden sehen kann,und sieht genau zu, ob in den beiden äußersten Lagen des Auges jeneBerührung immer genau und unverändert statt hat. Tritt dieser Um-stand zufällig ein, so wird man sich versichert halten, daß der Fadenzwar nicht durch den Brennpunkt gehe, aber doch in einer durch diesenBrennpunkt auf die Linseuape senkrechten Ebene liegen muß. Wenn aber,während das Auge sich vor dem Ocular bewegt, der Faden auf dem ter-restrischen Objecte nicht fest bleibt, sondern ebenfalls sich zu bewegenscheint, so ist dieß ein Zeichen, daß er noch nicht in der erwähnten Ebene,sondern daß er hinter oder vor dieser Ebene liegt. Welcher von diesenbeiden Fällen aber in der That statt hat, wird man durch folgende ein-fache Vorschrift finden: »Wenn, bei jener Bewegung des Auges, Augund Faden nach derselben Seite, z. B. beide rechts gehen, so steht derFaden zu nahe am Objectiv, und muß daher von ihm entfernt werden:geht aber Aug und Faden auf entgegengesetzte Seiten, z. B. jenes rechtsund dieses links, so steht der Faden zu weit von dem Objective, undmuß daher demselben genähert werden." Eigentlich scheint es demBeobachter, als ob nicht der Faden, sondern als ob der Gegenstand, z.B.die Thurmspitze um den festen Faden beweglich wäre, wenn er sein Äugein verschiedene Stellungen vor das Ocular bringt. Diesem Scheine ge-mäß kann man dayer die vorhergehende Regel auch so stellen:WennAug und Bild des terrestrischen Gegenstandes auf verschiedene Seitengehen, so ist der Faden zu nahe an dem Objective; wenn Aug und Bildauf dieselbe Seite gehen, so ist der Faden zu weit von dem Objective,und muß daher demselben so lange genähert werden, bis das Auge, wäh-rend seiner eigenen Bewegung, keine Aenderung des Bildes mehr bemerkt."Dieses Verfahren ist übrigens für Weit- und Kurzsichtige dasselbe, dennwenn auf diese Art der Faden in seine wahre Lage gebracht worden ist,

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