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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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689
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§, 178. Beschreidnng und Gebrauch der astronom. Instrumente.

so wird der Weitsichtige sowohl, als der Myops, nur das Ocnlar, seinemeigenen Auge gemäß, verändern, um sofort beide Gegenstände, den Fadensowohl, als das Gestirn zugleich am deutlichsten zu sehen.

Allein durch diese erste Berichtigung ist, wie gesagt, der Faden nurin die Ebene gebracht worden, die senfrecht auf die Linsenape durch denBrennpunkt geyr^ ohne das;.er deßhalb auch selbst schon durch den Brenn-punkt geben muß, von dem er vielmehr, in jener Ebene, noch rechts oderlinks abstehen kaun.

Wenn das äußere Rohr von Metall, welches die beiden Linsen um-gibt, ein voltkommener Cylinder wäre, dessen Basis jene Linsen bilden,so durste man mir diesen Cylinder auf zwei Unterlagen so auflegen, daßdie Mitte jenes Fadens irgend einen wohlbegränzten terrestrischen Gegen-stand scharf schneidet, und dann den Cylinder um seine A>'e drehen, undzusehen, ob dadurch dieser Durchschnitt des Gegenstandes durch den Fadensich nicht ändert.

Allein jene Röhre ist nicht vollkommen cylindrisch, und sie läßt sichauch, wie schon der erste Anblick des Instruments zeigt, nicht um ihreAre drehen. Dafür läßt sich aber das ganze Instrument IeUOV aus sei-nen Lagern bet .V und herausheben, und dann in verkehrter Lage wie-der in diese Lage zurück bringen, so daß z. B. der Endpunkt der Dre-hungsaxe, der früher östlich lag, jetzt auf das westliche Lager L zu liegenkommt, und durch dieses Umlegen wird offenbar derselbe Zweck erreicht,als wenn man die cylindrische Röhre CD um ihre Are, um die Hälfteder Peripherie eines Kreises gedreht hätte. Wenn daher die Mitte desFadens vor und nach der Umlegung immer denselben Punkt des terrestri-schen Gegenstandes trifft, so wird dieß ein Zeichen seyn, daß diese Mittedes Fadens mit dem Brennpunkte des Fernrohrs zusammenfällt. Istdieß aber nicht der Fall, so wird man, nach der Umlegung, die Hälftedes bemerkten Fehlers durch diejenige Schraube verbessern, welche denoben erwähnten Fadenring in horizontaler Richtung hin und her bewegt,und die andere Hälfte, wenn man will, durch diejenige Schraube des La-gers L, welche das Ende der Drehungsave horizontal zu verschieben be-stimmt ist. Da es nicht immer sicher ist, den beobachteten Fehler, beson-ders, wenn er noch etwas bedeutend ist, genau zu Halbiren, so wird mandas angezeigte Verfahren öfter wiederholen, wodurch jener Fehler offen-bar immer kleiner, und endlich ganz unmerklich werden muß.

H. 178. (Rectification des MittagsrohrS: Horizontalität der Drehungs-axe.) Das bisher Gesagte trifft nur, wie man sieht, die gehörige Stel-lung des Fadens in dem Fernrohre, und indem man denselben, durch dieerwähnten Operationen, in dem Brennpunkt der beiden Linsen gelegt hat,hat man es zugleich dahin gebracht, daß das eigentliche Fernrohr, d. h.die Are der beiden Linsen, die man auch die Collimationslinie zu nennenpflegt, auf der Rvtationsavesenkrecht steht, worin eine der Haupt-bedingungen besteht, welche das Mittagsrohr erfüllen muß, wenn die da-mit augestellten Beobachtungen brauchbar feyn sollen, da nur dann dieseCollimationslinie, wenn die Drehungsape horizontal ist, einen Vertical-kreis beschreiben, sonst aber nur in einer gegen den Horizont schief geleg-ten Ebene sich bewegen wird. ^ ^ . . .

Allein durch welche Mittel kann man diese Rotatwnsaxe in einedem Horizonte parallele Lage bringen? — Das einfachste Mittel zu die-sem Zwecke ist die Libelle, oder wie sie auch genannt wird, die Was-ferwage. In der Höhlung der metallenen Röhre CDC4B (Fig. 1N2)liegt eine gläserne mit Weingeist nicht völlig gefüllte, an ihrer oberstenSeite kreisförmig gebogene Röhre. Man sieht in der Zeichnung dieseLittrow. ' 44