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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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685
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§. 175. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.

ken können, der diese Fäden trägt, während er selbst durch äußere kleineSchrauben nach allen Richtungen bewegt, und in jeder derselben festge-halten wird, wodurch daher die Fäden leicht in die erforderliche Lage ge-bracht werden können.

Diese einfache, aber folgenreiche Idee ist es, die der oben erwähnteGascvigne zuerst gehabt und ausgeführt hat. (INZI. M-aiikum. XXX.693.) Aus den Briefen an seine »Freunde Crabtree und Horrockes, dievom Jahre 1640 datirt sind, folgt, daß er schon damals ein mit solchenFäden versehenes Fernrohr zu seinen Beobachtungen gebraucht, und daßer auch schon, um diese Fäden bei Nacht zu sehen, das Innere des Fern-rohres beleuchtet habe. Horrockes, der schon vor seinem 25sten Jahre(i. 1.1641) starb, hatte selbst ein ausgezeichnetes astronomisches Talent,und bekannte bei mehreren Gelegenheiten seine Bewunderung der man-nigfaltigen schönen Erfindungen, die Gascvigne in der Kunst zu beob-achten gemacht hatte. Auch der Letzte wurde den Wissenschaften durchden Tod noch in der ersten Blüthe seines Alters entrissen. Er starb inseinem 23sten Jahre in der Schlacht von Marfton Moor, die Cromwellden königlichen Truppen geliefert hat. Man hat diese Erfindung demfranzösischen Astronomen Worin vindiciren wollen, der in seiner ZeieMmlonKituämum, lXn'i,8 1634 von der Anwendung des Fernrohrs auf dieQuadranten spricht, aber ohne im geringsten der Fäden im Brennpunktedes Rohrs zu erwähnen. Selbst die Sonnenbeobachtungen Picards vomJahre 1667, die ersten, die in Frankreich an einem mit einem Fernrohreversehenen Quadranten gemacht worden sind, erwähnen dieser Fäden nichtausdrücklich, wenigstens nicht in der Relation, die Lalande in seinerAstronomie (tz. 2310) davon gegeben hat, wie denn auch Huygens in sei-nem 8^8teniÄ Jnturuium, das erst 1659 heraus kam, von diesen Fäden,als von einer neuen Sache und von seiner eigenen Erfindung spricht,was er nicht hätte thun können, wenn er dieselben schon früher bei Pi-card, den er wohl kannte, und mit dem er früher in Paris längere Zeitdurch gelebt hatte, gefunden hätte. Doch ist es möglich, und selbst nichtunwahrscheinlich, daß Huygens und Picard ans diese einem fleißigen undtalentvollen Beobachter so nahe liegende Idee, jeder für sich und ohnefremde Hülfe, gekommen sind, um so mehr, da die frühere EntdeckungGascoignes selbst in England so lange Zeit unbekannt geblieben ist.

Immer sieht man, daß, ohne dieses oder ein ähnliches gleich gutesMittel, das Fernrohr auf den zu beobachtenden Gegenstand nichts mitGenauigkeit gerichtet oder pointirt werden kann, und daß, ohne dasselbe,jede Beobachtung nur eine beiläufige Schätzung nach dem Augenmaaßegenannt werden darf. In der That ist es auch diese Einrichtung, inwelcher die großen Vorzüge gesucht werden müssen, welche die neuerenBeobachtungen vor denen der Alten so sehr auszeichnen, und ohne welchealle jene an sich so bewunderungswürdigen Verfeinerungen, mit welcherunsere gegenwärtigen astronomischen Instrumente in Beziehung auf ihreConstruction und auf ihre Eintheilung ausgestattet sind, vergebens undohne allen Erfolg geblieben wären. Denn diejenigen Fehler, welche ausjenen Schätzungen in dem bloßen Felde des Fernrohrs entstanden, warenviel größer als die, welche, auch zu jener Zeit, aus der fehlerhaften Ein-theilung oder der unzweckmäßigen Einrichtung in dem Baue der Instru-mente entspringen konnten. Mit Recht wird man daher behaupten, daßdie neueren Beobachtungen ihre sie in so hohem Grade auszeichnende Ge-nauigkeit vorzüglich dieser Entdeckung verdanken, und daß sie daher inder Geschichte der beobachtenden Astronomie eine neue und zwar eine sehrglänzende Epoche begründet.