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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
683
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§. 175. Beschreibung und Gebrauch der astrononi. Instrumente.

nung der ersten Linie von 7ssz Zoll, in einer Entfernung von 49 Zoll vonder zweiten. Dieses Fernrohr, das in seiner ganzen Länge 8.7 Fuß hat,soll so viel leisten als ein gutes achromatisches von 18 Fuß Länge. Beide,die dialolischeu sowohl als die aplanatischen Fernrohre, die im Grundeauf demselben. Princip, ans der Trennung der beiden Objectivlinsen be-ruhen, sind necb als in ihrer ersten Entstehung zu. betrachten, und mandarf der Hoffnung Raum geben, daß .durch sie eine neue Epoche in derGeschichte unserer Fernrohre begründet werden wird.

H. 175. (Anwendung der Fernrohre bei den Meßinstrumenten.) Nur

weuige Jahre nach der Erfindung der Fernröhre wurden dieselben, wie zuerwarten war, schon auf den Himmel angewendet. Der berühmte Ga-lilei hatte, wie man sagt, auf eine unbestimmte Nachttcht von dieser Er-findung, die Zusammensetzung des Fernrohrs errathen, und mit demersten von ihm verfertigten schon i. I. 1619 die Thäler und Berge desMondes, die Satelliten Jupiters, die sonderbare Gestalt des Saturn,dessen Ring er aber noch nicht erkennen konnte, die Sonnenflecken undihre Bewegungen, und die Phasen der Venus entdeckt. Die meistendieser eben so unerwarteten als für ihn ruhmvollen Endeckringen machteer in seinem Werke: Runtrus »ickei-eu«, Venedig 1619, bekannt, wofürer von der Republik Venedig eine dreifache Erhöhung seines Gehaltes,und von Eosmus !!. in Florenz ein Geschenk von tausend Dukaten erhielt.Nahe dreißig Jahre noch (er starb erst 1642 im 78sten Jahre seinesAlters) genoß er die Freude, die Gränzen der Wissenschaft und unsererKenntniß des Himmels zu erweitern, und der Gegenstand der Achtungund Verehrung alter Gebildeten Europa's zu seyn, bis er endlich, dreiJahre vor seinem Tode, in die Hände unwissender und schaamloser Ver-folger fiel, unter deren unwürdiger Bedrückung er, ein blinder Greis, denRest seines Lebens im Kerker vertrauerte.

Allein dieser Gebrauch der neu erfundenen Fernröhre war nicht dereinzige, und selbst nicht der wichtigste, den die Astronomie von diesenWerkzeugen machte. Bisher hatten sie uns nur neue, und so lange un-bekannte Gegenstände des Himmels vor die Augen geführt, oder sie hat-ten uns die Oberstäche der bisher nur im Allgemeinen bekannten, wiedie des Mondes, der Venus u. f. näher kennen gelehrt. Aber unsereMessungen der Größen und der Lagen der Himmelskörper blieben im-mer noch nahe denselben Unvollkommenheiten unterworfen, über welcheschon die alten Griechen und Araber sich zu beklagen hatten. So langewir uns mit den Absehen begnügen mußten, wie sie bei den älterenInstrumenten (Fig. S.1, 94, 95) angebracht waren, oder auch mit einembloßen hohlen Rohre, an dessen einem, dem Oenlar-Ende, eine kleineOessnung, und an dem anderen ein Kreuzfaden war, so lange konnteman, auch bei dem bestgetheilten Instrumente, nicht genauer beobachtenoder messen, als man eben mit freien, unbewasfnecen Augen zu sehenim Stande war. Sobald aber dieses bohle Rohr mit zwei Glaslinsenversehen, und in ein eigentliches Fernrohr verwandelt war, so dursteman nur das zu messende Gestirn in den Mittelpunkt dieses an demQuadranten angebrachten Fernrohrs fuhren, und die Beobachtung desselbenmußte offenbar desto genauer seyn, je stärker die Vergrößerung und dieDeutlichkeit war, mit welcher das neue Instrument die Gegenstände zeigte.

Auf diese Weise bedienten sich auch die ersten Astronomen des Fern-rohrs bei ihren Beobachtungen, durch welche sie z. B. die Höhe oder dieDeclination, oder mit einem Worte, die Lage der Gestirne am Himmelanzugeben suchten. Allein man sieht, daß auch hier noch manches zuwünschen übrig blieb. Zwar sah man jetzt diese Gestirne viel besser, und