ti8tt Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. §. ^
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Da nun bei solchen kugelförmigen Linsen die von einem Punkte des
Gegenstandes kommenden Strahlen, wenn sie nahe bei dem Mittelpunkteder Linse einfallen, einen andern Vereinigumzspunkt haben, als wenn
sie näher bei dem Rande die Linse treffen, so entstehen eigentlich fürman die sphärische Abweichung nennt, war desto großer, je stärker s
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jedeil Gegenstand mehrere nahe an und über einander liegende Bilder, ^
von welchen das Auge keines deutlich sehen kann. Dieser Fehler, den '
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die Vergrößerung, und je größer das Objektiv des Fernrohrs war. Ausdieser Ursache findet man die Objektive vieler älterer Fernröhre mit '
einem ihren Rand bedeckenden Ringe versehen, um das Objektiv dadurch 5s'
gleichsam kleiner, und jenen Fehler unschädlicher zu machen. Allein die- 5'
sen^Vortheil, wenn er so genannt werden kann , erlangte man nur auf '5
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Kosten eines anderen noch wichtigeren. Es ist nämlich für sich klar, /s
daß man die Gegenstände durch ein Fernrohr desto Heller sehen wird, je ^
mehr Licht von dem Gegenstande auf das Objekt fällt, d. h. je größerdas Objektiv ist. Eine Verkleinerung dieses Objektivs wird also dasBild desselben dunkel und lichtschwach machen, und dieser Fehler wirddesto mehr fühlbar werden, je stärker die Vergrößerung des Fern-rohrs ist.
Dazu kam noch ein anderes Hinderniß, das anfangs ganz unüber-steigl'ch schien. Es ist nämlich bekannt, daß jeder einzelne an sich weißeLichtstrahl aus vielen anderen besteht, die sich durch eigene Farben untereinander kenntlich machen (!l. tz. 8). Diese einzelnen farbigen Strahlenhaben aber die für die Verfertigung der Fernröhre sehr nachtheilige Ei-genschaft, daß jeder derselben durch die Linse des Objektivs auf eineandere Weise gebrochen wird, so daß nun, statt einem einzigen deutlichenund weißen Bilde des Gegenstandes, eine Anzahl verschiedener farbigerBilder desselben entsteht, die dem Deutlichsehen noch hinderlicher sind,als die so eben erwähnten, von der Kugelgestalt der Gläser bereits ver-dorbenen Strahlen. Diesen Fehler der Fernröhre nennt man die Far-benabweichung, und er schien so wesentlich mit der Natur der Sachezusammenzuhängen, daß selbst Newton an aller Hülfe verzweifelte, undvon den Fernröhren dieser Art ganz abgehend, seine Zuflucht zu andernnahm, wo diese Glaslinsen durch Metallspiegel ersetzt wurden. Seitdemhat man diese Spiegelteleskope oder Reflectoren, wie man sie auch nennt,zu einer sehr großen Vollkommenheit gebracht, während die so sehnlichgewünschte Verbeßerung der Refractoren, oder der Fernröhre mit Glas-linsen, durch jene Ansicht des großen Mannes, zu der er durch einensonderbaren Fehlschluß verleitet worden war, lange Zeit aufgehalten wurde.
Leonhard Euler war der erste, der aus der Einrichtung des mensch-lichen Auges den Schluß zog, es müsse möglich seyn, jene beiden Fehlerder Fernröhre, durch eine zweckmäßigere Einrichtung dieser Instrumente,aufzuheben, weil sie die Natur in unserem Auge in der That aufgeho-ben hat. Er schlug zu diesem Zwecke, nach der Analogie der innerenEinrichtung des Auges, zwei Glaslinsen vor, welche zwischen ihren in-neren concaven Flächen verschiedene Flüssigkeiten enthalten sollten. Erstellte darüber nicht sowohl praktische Versuche, die hier vorzüglich erfor-dert wurden, sondern bloß theoretische Untersuchungen an. Im Jahre1747 theilte er seine Berechnung eines solchen farbenlosen oder achro-matischen Fernrohrs mit, wo er zu der in ihm enthaltenen FlüssigkeitWasser gewählt hatte. Der größte Künstler seiner Zeit, John Dollond,suchte auch diesen Versuch praktisch anzuführen, aber da ihm seine erstenBemühungen mißlangen, so gab er die Sache bald auf, um so mehr,