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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
679
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§. 174. Beschreibung und Gebrauch der astrvnom. Instrumente.

nämlich die beiden bei N rechtwinkligen Dreiecke und Naß die Seiteb's gemeinschnstlieb huben, so verhallen sich in ihnen die Winkel bei nund ivie die Seiten und in, oder man hat, wenn man durch n,die Vergrößerung des Fernrohrs anzeigt,

das heißt, das Fernrohr vergrößert die Gegenstände so vielmal. als dieBrennweite »S des Oculars in der Brennweite äN des Objektivs ent-halten ist. Um daher recht stark vergrößernde Fernröhre zu erhalten,wird man ein Objektiv von recht großer Brennweite wählen und es miteinem Ocnlare von einer sehr kleinen Brennweite verbinden. Ist z. B.die Brennweite des Objektivs 10 Fuß oder 120 Zolle, und die "des Ocn-lars nur '/,a Zou, so wird die Vergrößerung eines solchen Fernrohrs1200 jeyn, oder man wird damit alle Gegenstände unter einem 1200malgrößeren Winkel sehen, als mit freien Augen.

H. 174. (Allmähliche Verbesserungen der Fernröhre.) Das so eben be-schriebene Fernrohr ist das einfachste seiner Art. Es zeigt, wie manschon aus der Zeichnung sieht, die Gegenstände, die man dadurch betrach-tet, in einer verkehrten Lage, so daß die oberen Theile desselben unten,und die rechts stehenden links erscheinen. Diesen Uebelstand hat manaber für astronomische Beobachtungen mit Recht als geringfügig betrach-tet, da die Gegenstände des Himmels beinahe alle eine runde Gestalthaben.

Diese verkehrte Lage des Bildes läßt sich aber beseitigen, wenn mannicht, wie bisher vorausgesetzt wurde, beide Linsen biconvev, oder aufbeiden Seiten erhaben, sondern wenn man die Ocnlarlinse auf einer oderauch auf beiden Seiten hohl schleift, wie sich leicht durch eine einfacheZeichnung nachweisen ließe. Auf diese Weise sind noch unsere Theater-teleskove eingerichtet, und diese find es auch, die von den oben erwähn-ten holländischen Künstlern zuerst erfunden worden sind, daherman sieauch holländische Fernröhre zu nennen pflegt, wahrend das in H. 173beschriebene mit zwei biconveren Linsen, nach seinem Erfinder, dasKeplersche oder auch das astronomische Fernrohr heißt.

Ein größerer Nachtheil dieser astronomischen Fernröhre bestand darin,daß man damit nur einen sehr kleinen Theil des Himmels mit einemBlicke übersehen konnte, einen um so kleineren, je stärker die Vergröße-rung des Instruments ist. Allein diesen Nachtheilen half man bald da-durch ab, daß man das Ocular verdoppelte, oder daß man dem intz. 173 beschriebenen Ocnlar in einer geringen Entfernung von dem-selben noch eine convere Linse hinzufügte, wodurch das Feld des Fern-rohrs sehr vergrößert wird. .

Nicht so leicht war es, einem anderen, für den Gebrauch dreierInstrumente sehr wichtigen Fehler derselben zu begegnen. Es ist näm-lich nicht ganz richtig, daß die von einem Punkte des Gegenstandes aufdas Objektiv fallenden Strahlen, durch die Brechung dieses Objektives,wieder genau in einem einzigen Punkt vereinigt werden, wenn andersdiese Objektivlinse, wie wir oben vorausgesetzt haben, von zwei Kuael-flächen begränzt wird. Zwar läßt sich durch Rechnung die Gestalt fin-den. welche die Oberflächen dieser Linsen haben sollten, mn alle parallelauf sie fallende Strahlen wieder in einen einzigen Punkt zu vereinigen.Aber unsere Künstler haben keine Mittel, jene Flächen mit der hier nö-thigen Genauigkeit zu erzeugen, und sie sind gezwungen, bei der Kugel-fiäche zu bleiben, die sie allein mit Schärfe darzustellen im Stande sind.