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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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673
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§. i7i. Beschreibung und Gebranch der astronom. Instrumente.

mehr, da sie unter allen bei weitem die wichtigste war, in welcher siejene beiden leiten und anführen konnte, so daß fortan die theoretischeAstronomie mit der praktischen Hand in Hand ans demselben Wegeihrer gemeinsamen Vollendung entgegen gehen konnte.

Die Darstellung der allmähligen'Ausbildung dieser drei Theile derWissenschaft bildet die wahre Geschichte der Astronomie. Ein völligesGleichmaß unter diesen Theilen wurde die Wissenschaft zu einer in sichselbst abgeschlagenen Ruhe, zu einer Art von Stagnation bringen, wäh-rend im Gegentheile das Uebergewicht des einen derselben über die bei-den andern Leben und Thätigkeit erzeugt, und den menschlichen Geistauffordert, das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen, und die Lückenund Mängel, die in den zurückgebliebenen Theilen der Wissenschaft sicht-bar werden, durch neue Anstrengungen wieder zu ersetzen.

Eine solche Aufforderung an den Genius der Menschheit erging, imAnfange des siebenzehnten Jahrhunderts, durch die Erfindung des Fern-rohrs, dem bald auch die des Mikrvscops folgte, das jenem so nahe ver-wandt ist. Beide Instrumente erweiterten die Gränze unseres edelstenSinnes, und dadurch unsere Kenntniß der Natur auf eine wunderbareWeise. Zwei neue, bisher ganz ungeahnte Welten schloffen sie vor unsauf, indem sie uns Gegenstände erkennen ließen, von welchen die einen wegenihrer zu geringen Kleinheit und die andern wegen ihrer zu großen Ent-fernung, uns ohne jenes Instrument, für immer verborgen geblieben wären.

Wenn es aber erlaubt ist, diese Entdeckung, durch welche der Menschdie ihm von der Natur gesetzten Schranken zu durchbrechen und sichüber sich selbst zu erheben wußte, für ihn selbst in einem hohen Graderuhmvoll zu halten, so muß doch auch hinzugesetzt werden, daß er dieseschönste und glänzendste seiner Entdeckungen keinesweges dem Scharf-sinne oder dem angestrengten Nachdenken seines Geistes, sondern daß ersie nur einem Zufalle, einem blinden Ohngefähr, daß er sie bloß einemabsichtslosen Spiele zweier Kinder verdankt. Auch möchte es, welche hoheIdee von der geistigen Kraft des Menschen man auch nähren mag, wohlimmer für ihn unmöglich seyn, auf dem bloßen Wege der theoretischenSpekulation zu Entdeckungen solcher Art zu gelangen Nach Borelli'sErzählung soll Zacharias Jansen, ein holländischer Künstler, i. I. 159Vauf diese Entdeckung gekommen seyn, indem seine Kinder unter den vie-len vvrräthigen Glaslinsen zufällig zwei derselben zusammen brachtenund dadurch die entfernten Gegenstände zu ihrer Verwunderung sehrvergrößert erblickten. Andere erzählen dieselbe Anekdote von JakobMetius, aus Alkmar, oder von Johann Lippersheim aus Middelburg

Huvgens, der selbst zur Vollendung dieser Entdeckung sehr wesentlich bei-getragen hat, erklärt sich darüber in seiner Dioptrik auf folgende Weise:»Wenn es je einen Menschen von solcher Geisteskraft gegeben hätte, daßer durch bloßes Nachdenken und aus geometrischen Principien auf dieEntdeckung des Fernrohrs gekommen wäre, so würde ich nicht anstehen,ihn für ein höheres, über alle Sterblichen weit erhabenes Wesen zuhalten. Aber davon sind wir so weit entfernt, daß selbst noch langenachher unsere größten Gelehrten von dieser durch einen bloßen Zufallgemachten Entdeckung die wahren Gründe derselben nicht einmal gehörigangeben können" In der That waren die ersten optischen Schriftstellerlange in Verlegenheit, die einfachsten Erscheinungen und Eigenschaftendes Fernrohrs theoretisch richtig zu erklären.

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