j. t?l. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente.
mung der auf dem Kreise angebrachten Theilstriche dient, und vondem wir weiter unten sprechen werden.
Tycho ist der erste, der ein solches Instrument gebraucht hat, daser, als der Erfinder deßelben, t)unslinii8 l^elwmerns nannte. Da erden Halbmefier desselben sehr groß annahm, so konnte er den Rand des-selben mittels Transverjalen, wie wir weiter unten sehen werden,noch bis auf zehn Sekunden eintheilen. Allein diese so weit getriebeneTheilung war demungeachret sehr ungenau, und man sieht aus seinenBeobachtungen, daß die Fehler derselben öfter auf zwei und selbst aufdrei Minuten gehen. Seine nächsten Vorgänger, wie Walther, Regio-montan, Wilhelm IV. und andere, die auf ihre Instrumente nicht ge-ringere Mühe und Kosten verwendet hatten, mußten sich Fehler von zehnMinuten gefallen lasten, und den Arabern ging es, ihrer ungeheuerenInstrumente ungeachtet, nicht besser. Ptvlemäus versichert in seinem Al-magest, daß seine und Hipparch's Beobachtungen die Winkel bis aufvier Minuten im Raume, und die Zeit bis auf acht Zeitminuten genaugeben; allein aus den Beobachtungen der alexandrinischen Griechen schei-nen noch viel größere Fehler zu folgen.
Wie dem auch seyn mag, die große Vollkommenheit unserer astro-nomischen Instrumente datirt sich erst seit der Mitte des vorigen Jahr- -Hunderts, und unter diesen wurden besonders die Mauerquadranten vonden englischen Künstlern mit einer bisher ganz unbekannten Genauigkeitverfertiget. Im Jahre 1725 schon vollendete Graham einen der erstenund vorzüglichsten Mauerquadranten von acht Fuß im Halbmesser, anwelchem Halley in Greenwich beobachtete. Unter Graham's Leitung ver-fertigte Jonathan Sisson einen anderen, mit welchem le Monnier inParis bis znm Jahre 1751 beobachtete, und der dann nach Berlin ge- >bracht wurde, wo Lalande an ihm die Beobachtungen machte, die La-caille, nach der getroffenen Verabredung, gleichzeitig am Kap der gutenHoffnung anstellte. Der berühmte Mechaniker Bird in England verfer-tigte mehrere ausgezeichnete Instrumente dieser Art, einen von acht eng-lischen Fuß im Halbmesser für Greenwich, zwei für Oxford, eben so vielefür Petersburg, Göttingen, Cadix, Mannheim und Paris. Der fran-zösische Finanzminister Bergeret ließ im Jahr 1775 in England einenMauerquadranten für die I^eole nnlitaive in Paris verfertigen, an demanfangs d'Agelet viel beobachtete, bis endlich Lalande, der Neffe desbekannten Astronomen (.leroine le I^nlnnkle;) ihn benützte, um
durch seine eifrigen und viele Jahre fortgesetzten Beobachtungen denersten vollständigen Fixsternkatalog von mehr als 40V00 Sternen zu ge-ben. (M. s. dessen Ilistoiik; eüleste. Uaii« 1801). Kein anderes In-strument hatte bisher eine so reiche Ernte von nützlichen Beobachtungengeliefert. Ramsden, vielleicht der erste aller Mechaniker, die je gelebthaben, verfertigte einen großen Mauerquadranten für die Sternwarte inPadua, einen andern für Mailand und für Wilna, und endlich einenfür Blenheim in England, welcher letzte sich auf einer soliden vertikalenAxe im Horizonte drehen läßt, und überhaupt eines der vollkommenstenInstrumente ist, das je aus der Hand eines Künstlers hervorgegangen ist.
H. 171. (Entdeckung der Fernrohre.) So vorzüglich aber auch dieseInstrumente, in Beziehung auf die früheren, seyn mochten, so ließen siedoch für die erhöhten Forderungen der neueren Astronomie noch gar man-ches zu wünschen übrig. Ihr großes Volum' machte sie kostbar undzum Gebrauche unbequem, und es war überdieß äußerst schwer, wo nichtunmöglich, einen so großen Kreisbogen in einer und derselben Ebene,ohne theilweise Biegungen und Krümmungen zu erhalten. Nicht min-