§. iv8. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. gg?
spondirende Höhen die Uhrzeit der Kulmination an seiner Sternuhr gleich5^ zi^ gefunden hat, so ist dadurch auch sofort bekannt, daß dieUhr, in dem Augenblicke jener Kulmination, gegen Sternzeir um 46 Se-cunden voraus ist. — In diesem Falle wird also auch die Correktion derUhr gegen Sternzeit nie so hoch anwachsen können, wie in dem vorher-gehenden Beispiele, wo wir sie gleich 6" 47' 50.7" gefunden haben. Inder Ordnung wird man nämlich seine Sternuhr durch allmählige Ver-kürzung des Pendels, und wenn dieses einmal die gehörige Länge hat,durch die Stellung der Zeiger, so zu stellen suchen, daß ihre Abweichungvon der Sternzeit nur sehr klein ist, und auch in mehreren Monatenselbst immer noch klein bleibt. Wenn aber auch der tägliche Fehler der-selben noch so gering ist, wenn sie z. B. in jedem Sterntage nur eineeinzige Secunde vor der Sternzeit vorausgeht, so wird dieß in zweiMonaten doch schon eine Minute, und in einem Jahre sechs Minutenbetragen. Dieß wird aber kein Grund seyn, die Zeiger der Uhr öfter zuverstellen, um sie ihrem wahren Stande näher zu bringen, wie dieß wohlviele mit ihren Taschenuhren zu thun pflegen, wenn sie die Mittagsglockeläuten hören. Durch solche gewaltsame Verstellungen der Zeiger mitder Hand wird der regelmäßige Gang dieser feinen Maschinen nur ge-stört,^ und der Astronom wird diese und alle ähnlichen äußeren Störun-gen seiner Uhr sorgfältig vermeiden, um sie so viel möglich ihren Gangununterbrochen fortsetzen zu lassen. Daher kommt es, daß man selbstauf den besteingerichteten Sternwarten oft zu seiner Verwunderung hört,daß die Uhren derselben mehrere Minuten von der richtigen Zeit abwei-chen, während man doch glauben sollte, daß sie immer auf das Ge-naueste mit dem Himmel übereinstimmen müßten. Der Astronom istschon vollkommen zufrieden, daß seine Uhr nur gleichförmig, wennsie auch täglich, aber auch nur alle Tage, um dieselbe Zeit zurück-bleibt oder vorausgeht. Er hält von diesem Gange seiner Uhr, wie maugesehen hat, täglich scharfe Rechnung, und wird dadurch von dem Fehlerderselben für jeden gegebenen Augenblick in genaue Kenntniß gesetzt.Eine Uhr aber, deren Fehler man genau kennt, ist mit Recht eben sogut, als eine fehlerfreie, eine ganz vollkommene Uhr.
H. 168. (Korrespoiidirende Hohen zur Bestimmung der Rectascension derGestirne.) Wir wollen daher fortan voraussetzen, daß der beobachtendeAstronom seiner Zeit in jedem Augenblicke genau versichert ist, daß wirdie Mittel, diesen Zweck zu erreichen, kennen gelernt haben. Damit istnun auch allerdings eines seiner vorzüglichsten und dringendsten Ge-schäfte abgethan, da er, wie bereits oben gesagt wurde, bei jeder seinerBeobachtungen an den ihren Ort am Himmel immer verändernden Ge-stirnen, auch zugleich die genaue Zeit dieser Beobachtung angeben muß.
Wir haben so eben gesehen, wie er durch die Beobachtung der korre-spondirenden Höhen eines Sterns die Correktion seiner Uhr finden kann,wenn er die Rectascension dieses Sterns kennt. Allein ganz eben sound durch dasselbe einfache Verfahren wird er auch umgekehrt die Rect-ascension eines jeden Sterns finden, wenn er die Correction seiner Uhrschon kennt. Da nämlich die Rectascension eines jeden Sterns gleich derSternzeit der Culmination desselben ist, so wird er, durch korrespondi-rende Höhen, die Uhrzeit der Culmination des Sterns suchen, und andieser Uhrzeit die ihm bereits bekannte Correction derselben gegen Stern-zeit anbringen, um sofort auch die richtige Sternzeit der Culmination,d. h. um die gesuchte Rectascension des Srerus zu erhalten.
Dieß gibt also ein eben so einfaches als auch sicheres Mittel, dieNectascensi'onen aller Gestirne mit der größten Genauigkeit zu bestim-