Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
666
Einzelbild herunterladen
 

666 Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. z. is?.

Rechnung bestimmen. Da man nämlich die Abweichung der Uhr vonder wahren Zeit für jeden gegebenen Augenblick kennt, so darf man nurdie Uhrzeit einer Beobachtung kennen, um daraus auch sofort die wahreZeit dieser Beobachtung zu finden.

Wollte man aber diese Zeiten der Beobachtungen nicht, wie es die äl-teren Astronomen zu thun pflegten, in wahrer, sondern, was in der Thatbequemer ist, in mittlerer Sonnenzeit angeben, so braucht man nurfür den wahren Mittag jedes Tages die sogenannte Zeitgleichung (I.H. 156), d. h. den Unterschied zwischen der wahren und mittleren Zeitzu kennen. Man findet aber diese Zeitgleichung für jeden Tag des Jah-res schon in den astronomischen Ephemeriden berechnet. Gesetzt, dieseZeitgleichung wäre für den Tag unserer vorhergehenden korrespondirendenHöhen 8 Minuten 32.7 Sekunden, so heißt dieß, daß eine richtig gehendemittlere Uhr in dem Augenblicke des wahren Mittags jenes Tages 12^8^ 32.7" zeigen soll. Allein unsere Uhr zeigte 12^ 2^ 16.3", also gingsie, im wahren Mittage jenes Tages, öder in dem Augenblicke, wo esin der That 14^ 8' 32.7" mittlerer Zeit war, gegen mittlere Zeit zuspät um 6^ 16.4".

Wäre endlich, was man ebenfalls in diesen Ephemeriden findet, fürden Augenblick des wahren Mittags dieses Tages die Sternzeit (I.§. 159) gleich 5^ 14^ 25.6" angegeben, so würde, da unsere Uhr indiesem Augenblicke 12^ 2" 16.3" zeigte, dieselbe gegen Sternzeit um6^ 47^ 5S.7" zu früh gehen u. s. f.

Welche von diesen drei Zeiten man also wählt, immer wird man,durch Hülfe der korrespondirenden Hohen, die Abweichung der Uhr vonjeder dieser drei Zeiten für den wahren Mittag eines jeden Tages, anwelchem man eine Beobachtung angestellt hat, angeben können, unddaraus den Stand und Gang der Uhr durch eine sehr leichte und ein-fache Rechnung ableiten, d. h. für jede andere Beobachtung die richtigewahre oder mittlere Sonnenzeit, oder endlich auch die Sternzeit dieserBeobachtung angeben können.

Hat man nun seine Uhr so eingerichtet, daß sie nahe nach der Son-uenzeit geht, d. h. daß sie von einem Mittage zum andern nahe 24 volleStunden gibt, so wird man zur Regulirung derselben durch korrespon-dirende Höhen offenbar am bequemsten die Sonne gebrauchen. Alleines wurde bereits früher (I. H. I6l) bemerkt, daß eine nach der Stern-zeit gehende Uhr zum astronomischen Gebrauche viel bequemer ist. EineSternuhr aber ist eine solche gleichförmig gehende Uhr, die zwischen zweinächsten Kulminationen eines Fixsterns nahe 24 volle Stunden, die alsoauch, da die Sonne sich im Mittel täglich um 0^ 3" 56."555 gegen Ostdreht, zwischen zwei nächsten Kulminationen der mittleren Sonne 24^ 3^56."555 zeigt. Es wurde bereits gesagt (I. §. 161), wie man jede mitt-lere Uhr, durch eine bloße Verkürzung ihres Pendels, auf eine solcheSternuhr bringen kann. Wenn man sich also, wie es am angemessen-sten ist, sich einer solchen Sternuhr bei allen seinen Beobachtungen be-dient, so wird man auch, zur Regulirung dieser Uhr durch korrespondi-rende Höhen sich nicht der Sonne, sondern am bequemsten eines bekann-ten Fixsterns bedienen. Dann wird man nämlich die durch die Beobach-tung der korrespondirenden Höhen dieses Sterns erhaltene Uhrzeit derKulmination unmittelbar mit der bekannten Rectascension dieses Sternsvergleichen, um sofort den Fehler der Uhr gegen Sternzeit zu erhalten,weil (nach I. H. 161) die Rectascension eines jeden Gestirns auch zugleichdie Sternzeit der Kulmination desselben ist. Wenn man also z. B. voneinem Fixstern, dessen Rectascension 5" 36^ 24" bekannt ist, durch korre-